Hm, es sah zwar schon recht gut aus, letztendlich geklappt hat es allerdings noch nicht. Nach einigem Suchen und ein paar Umwegen haben wir uns mal einen aktuellen Datensatz an Land gezogen und versucht diesen in das Bonner Programm zu laden. Aetsch - funzt noch nicht. Also muß ich mich morgen mal in Ruhe dransetzen und die ganzen Konfigurationsangaben durchgehen, da diese alle noch auf das System von Andreas in Bonn angepaßt sind - sprich also bei mir hier wohl kaum laufen werden. Aber wie gesagt - das kommt morgen. Für heute Abend habe ich damit wohl erst einmal die Nase voll und werde mich daher lieber noch einmal ein wenig mit mehr theoretischen Dingen beschäftigen als mich durch Code zu wühlen.

So, so lange der CD-Brenner hier noch aktiv ist kann ich ja noch ein klein wenig weiterschreiben…

Heute Nachmittag hatte ich in gewissem Sinne eine Begegnung der etwas besonderen Art. Was mich ja schon seit einer Weile fasziniert sind die theoretischen Grundlagen der Radio-Interferometrie. So, da gibt es dann ein paar Namen - nicht allzuviele - die einem dann ganz zwangsläufig über den Weg laufen, weil es halt eben jene Leute sind, welche die entscheidenden Beiträge hierzu liefern. Einer dieser Leute ist Jan Noordam, seineszeichens verantwortlich für eine ganze Reihe von Papers, welche sich mit allerlei Kalibrationstechniken beschäftigen (dies betrifft nicht nur existierende Telekope, sondern inzwischen vor allen Dingen die Teleskope der kommenden Generation, also LOFAR und dann später das SKA). Mit eben jenem Menschen habe ich heute Nachmittag sicherlich zehn Minuten auf dem Gang gestanden und mich unterhalten (nachdem Heino nur meinte ‘Ihr beiden kennt euch ja sicherlich noch nicht, also…’). Nicht nur, daß der Mensch sich wirklich als recht normal erweist, nope, er fing sogar auch noch an sich nach den Dingen zu erkundigen, welche ich in meine Diplomarbeit angedacht hatte, bzw. meinte, daß es vielleicht eine gute Sache wäre, sich irgendwann mal in die Dinge mit einzuklinken, mit denen er sich da beschäftigt. So mit ein bißchen Abstand betrachtet ist das natürlich eine absolut riesige Sache und mehr als nur super reizvoll. Ich meine klar - Heino wird mich hier gut auf Trab halten und mit Arbeit versorgen, aber mir längerfristig da ein wieder mehr theoretisches Standbein zu verschaffen wäre wirklich die Kroenung. Da heißt es nur dranbleiben!!

So betrachtet kann ich das wohl bereits nach noch nicht einmal einer Woche sagen: die ganze Atmosphäre hier ist unwahrscheinlich stimulierend. Nicht nur, daß es ständiges Feedback gibt (was einfach durch die Gruppenstruktur des Projektes kommt), sondern allgemein herrscht hier eine ziemliche Neugierde von anderen etwas zu erfahren. Ich will damit nicht Bonn runtermachen, aber es ist doch kein Vergleich zu dem Zustand da, wo ich im Endeffekt der einzige war, der sich in der Weise mit den Dingen beschäftigt hat, mit denen ich mich halt beschäftigt habe. Hier - also heute Nachmittag - kam dann nur direkt ein ‘Ah, Shapelets, yes we also looked into that. Do you know more about it?’ Das ist doch was ganz anderes, oder?