Na bitte, da habe ich ja doch noch meinen Spaziergang an diesem Wochenende bekommen. Nachdem es gestern ja noch regnerisch und alles andere als einlandent war, zeigte sich schon bei einem kurzen Blick aus dem Fenster, dass die Situation heute deutlich anders war. Folgerichtig habe ich mir also gegen Mittag meine Kamera geschnappt, mich warm eingepackt und bin dann losgezogen. Das warm einpacken stellte sich recht schnell als eine wirklich gute Vorsichtsmassnahme heraus: obwohl sich die Sonne wirklich Muehe gab ein wenig Waerme zu verbeiten, so war es vor allen Dingen der kalte Wind, welcher als Gegenkraft wirkte. Da ich ja nun doch ab und zu versuche aus Fehlern zu lernen (wobei man sicherlich darueber streiten kann wie erfolgreich dies mitunter gelingt, aber dies ist eine andere Diskussion…), habe ich diesmal fuer den ueberwiegenden Teil der Zeit die Kaputze anbehalten; auch wenn ich schon finde, dass dies eine Einschraenkung fuer sowohl den Sichtbreich als auch die Beweglichkeit bedeutet, so habe ich diesmal dann doch der Gesundheitsvorsorge den Vortritt gelassen (auch wenn ich wirklich mal schauen muss, dass ich eine vernuenftige alternative Kopfbedeckung kriege).

Was die Route betrifft hatte ich mir im Vorfeld ein klein wenig Gedanken gemacht, da ich ja schon noch ein paar neue Ecken erkunden wollte; es ist natuerlich immer ein Einfaches sich einfach in Richtung Innenstadt aufzumachen, aber da ich ja noch nicht ganz aufgegeben habe Teile von Amsterdam zu finden, welche mir wirklich gefallen, habe ich diesmal beschlossen in nordoestlicher Richtung loszuziehen, nach Moeglichkeit am noerdlichen Ufer der Ij entlangzulaufen; wie sich allerdings herausstellte gab es an der entscheidenden Stelle eben leider keine Bruecke ueber einen der Kanaele, so dass ich mir einen alternativen Plan einfallen lassen musste – nach kurzer Ueberlegung habe ich dann beschlossen die Halbinseln im ehemaligen Hafenbereich zu erkunden. Wie ja bei vorherigen kurzen Exkursionen feststellen konnte, ist diese Gegend deutlich moderner als meine derzeitige direkte Umgebung; das fuer sich genommen macht es nicht natuerlich noch nicht zu einer besseren Wohngegend, von dem was ich so beim langslaufen sehen konnte war ich doch einigermassen angetan; zwar habe ich bisher hier in Amsterdam noch keine Gegend gefunden, welche sich wirklich mit meiner (nun) ehemaligen Wohngegend in Nijmegen messen laesst, aber zumindest scheinen die Wohungen auf KNSM- und Java-Island recht geraeumig und hell zu sein… was man ja schliesslich nicht fuer allgemein gegeben halten sollte.

Moewe

Von der photographischen Seite her habe ich mich diesmal – eigentlich erstaunlicherweise, da dies ansonsten ja nicht so sehr im Fokus meiner Aufmerksamkeit steht – ein klein wenig des Amsterdamer Tierlebens angenommen. Jenes scheint zwar, wie wohl in allen Staedten nahe dem Wasser, zu gut 95% aus Moewen zu bestehen, aber das soll keinesfalls heissen, dass man nicht trotzdem auf Motivjagd gehen kann. Wenn man allerdings ein klein wenig mehr will als das ueblichen “Moewe auf der Brueckenreling” Foto, dann sollte man doch einiges an Geduld mitbringen; ich habe zwar so einige Versuche unternommen brauchbare Flugbilder einzufangen, aber (wie man fast erwarten konnte) liess sich der ueberwiegende Teil recht schnell wieder wegschmeissen.