Geschafft: Nachdem ich ja einen recht zuegigen Start mit dem Buch hatte, habe ich mir fast zwei Wochen lange keine Zeit zum Lesen genommen. Da dies aber kein Dauerzustand bleiben konnte – ich und schliesslich insgesammt einfach wieder mehr ans Lesen kommen muss – hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Wochenende mit “Up in the Air” fertig zu werden. Nun, dieses Vorhaben hat in der Tat geklappt, so dass ich endlich wieder einmal ein Buch von meiner langen Leseliste streichen kann; da diese seit dem gestrigen Tage ja erneut laenger geworden ist, muss ich natuerlich auch wenig dafuer Sorge tragen, dass die Buecher nicht einfach nur unangetastet bei mir im Regal herumstehen sondern auch wirklich gelesen werden. Da ich aber wiederholt feststellen musste, dass mir dies deutlich schwerer faellt, als dies vielleicht noch vor einem Jahr der Fall war, muss ich mich einfach wieder ein wenig zusammenreissen und mein Gehirn fuer die Aufnahme laengerer, zusammenhaengender Textpassagen zu trainieren. Gerade auch unter dem Aspekt, dass dies eine fuer die Doktorarbeit erforderliche Faehigkeit ist, macht es sicherlich Sinn, dies mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit zu betreiben; es ist wirklich einfach sich an die Konsumierung von Ausschnitten und Teilabschnitten zu gewoehnen, Anleitungen und Dokumentationen zu ueberfliegen und nur die wirklich benoetigten Passagen herauszufiltern – auf Dauer bringt dies aber sicherlich einige Nebenwirkungen mit sich, welche nicht unbedingt vorteilhaft sind. Aber gut, das war es ja eigentlich nicht, worauf ich urspruenglich hinauswollte (aber es ist einfach zu einfachen einen Nebengedanken aufzugreifen und eine Weile weiter zu verfolgen…).

Nachdem ich ja, sehr zu meiner Ueberraschung, ueber das Buch von Walter Kirn gestolpert war und mich auch umgehend als Lesen gemacht hatte, musste ich recht schnell feststellen, dass es doch erhebliche Unterschiede zwischen der Vorlage und der Verfilmung gibt. Auch wenn ich zunaechst einmal davon ausgegangen bin, dass mit fortschreitender Seitenzahl ein Angleichung stattfinden wuerde, so muss ich doch spaetestens mit dem heutigen Nachmittag zu dem Schluss kommen, dass Buch und Film wirklich nur recht wenig miteinander gemeinsam haben. Sicher, einige der Grundideen sind eindeutig voneinander abgeleitet, aber sowohl was den Grundton und die Entwicklung der Geschichte betrifft, hat man es mit zwei sehr unterschiedlichen Dingen zu tun. Insofern haette ich meine Bedenken wirklich von einer Verfilmung zu reden; wenn ich da andere Buch/Film Kombinationen zur Kalibrierung verwende, dann klaffen bei “Up in the Air” die Straenge doch recht weit auseinander. Das soll keinesfalls bedeuten, das beide Varianten nicht ihren ganz eigenen Charme haben; man sollte sich aber wirklich darauf einstellen es mit zwei sehr unterschiedlichen Geschichten zu tun zu haben. Da spiegelt sich auch in der Erzaehlweise wieder, denn waehrend der Film weitestgehend ueber eine gewisse Leichtigkeit verfuegt (was sich auch in der Choreographie der Charaktaere und der Kamerafuehrung wiederspiegelt), so praesentiert sich das Buch doch eher mit dem leicht zynischen Unterton eines Menschen, der sich an der Weggabelung in seinem Leben befindet. Stellenweise habe ich mich eher an The Hangover denn an Up in the Air erinnert gefuehlt; die Szenen in Las Vegas haben schon ein wenig etwas morbides und abgeklaertes, wohingegen der Film doch eher etwas von einem Tanz hat.