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Thu, 03. March 2011 – 20:12

Im Zuge meiner Anmerkungen zu einer meiner beiden zurueckliegenden CD-Anschaffungen hatte ich doch die im spaeten Abendprogramm von WDR1 aufgestrahlte Sendung “Scream” erwaehnt; auch wenn ich mir nach einem Vergleich diverser Daten nicht mehr so 100%ig sicher bin, ob dies wirklich der Ort war, an welchem ich auf “Calling” (Angry Anderson) gestossen bin, so hat mich dies aber zumindest daran erinnert, was ich alles an Musiktiteln und Bands auf diesem Wege kennengelernt habe. Waehrend ich in den letzten Jahren vorwiegend ueber last.fm neue Bands und Kuenstler gefunden habe, so sah die Situation zu Abitur- und Studiumszeiten noch deutlich anders aus. Wenn ich so einen Blick in meine Musiksammlung werfe, dann kommt da einiges zusammen, das ich ueber diese Sendung gefunden habe:

  • “Painkiller” von Judas Priest war eines jener Alben, welche bei “Scream” vorgestellt wurde; auch wenn mir der Name der Band schon einige Male untergekommen war (ganz so unbedarft war ich dann doch nicht), so war dies doch die erste ernstzunehmende musikalische Begegnung mit den Herren (und damit auch der Stimme von Rob Halford). Auch diverse Jahre spaeter muss ich immer noch feststellen, dass es sich dabei um eines der besten Alben handelt, welches Priest in ihrer langen Karriere abgeliefert haben; wenn ich etwas hoeren will das so richtig aggressiv durch die Gehoergaenge blaesst, dann sind es der Titelsong des Albums und “Between the Hammer and the Anvil”, auf welche die Wahl faellt.
  • Auch wenn ich ja schon durch eigene Suche auf Helloween gestossen war, so war es dann “Scream” worueber ich das erste Album von Gamma Ray zu hoeren bekommen habe; da ich ja nie so ganz zu den Hardcore-Fans gezaehlt habe, welche den Geschehnissen rund um eine Band auf Schritt und Tritt verfolgen, war es auf diesem Wege, dass ich von dem Ausscheiden von Kai Hansen erfahren habe. “Heading for tomorrow” (1990) machte fast ansatzlos da weiter, wofuer Helloween Bekanntheit erlangt hatten und enthielt gleich eine Reihe bemerkenswerter Kompositionenen: neben dem grandiosen Titeltrack beweisst “The Silence” eindrucksvollste Baladen-Qualitaeten.
  • Die Stimme von Udo Dirkschneider ist etwas woran sich die Geister schneiden; waere es etwas anderes als das gerade neu veroeffentlichte “Faceless World” Album gewesen… ich weiss nicht wie meine Reaktion ausgefallen waere. Aber mit Stuecken wie “Heart of Gold” oder “Faceless World” war vollkommen klar, dass es sich um eine Entdeckung handelte, welcher ich unbedingt mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen musste. Als ich dann nach dem Kauf der CD feststellen konnte, dass das Album sogar noch ueber einige weitere Juwelen verfuegte, war ein dauerhafter Platz in meiner Sammlung gesichert.
  • Wer ein wenig meine Schwaeche fuer eindrucksvolle weibliche Lead-Vocals im Heavy Metal verstehen will, muss zweifelsfrei das Debutalbum von Velvet Viper zur Hand nehmen (und dann natuerlich auch reinhoeren, aber ich denke mal, dass sich dies wohl von alleine versteht). Auch wenn die Liste an Stimmen mittlerweile angewachsen ist, so war es doch Jutta Weinhold (Zed Yago, Velvet Viper, Weinhold), welche den Anfang gemacht hat. Als einem jener Dienstag Abende das gerade neu erschienene “Velvet Viper” Album vorgestellt wurde, waren es – wenn ich mich da recht entsinne – die folgenden dei Stuecke, welche angespielt wurden: “Thommyknockers”, “HM Rebels” und King Arthur”. Dass das komplette Album aber noch weitaus mehr musikalische Perlen enthielt habe ich schon recht bald anschliessend herausfinden koennen, als ich mir die CD besorgt habe.
  • Axxis gehoert zu jenen Bands, welche trotz der langen Bandgeschichte immer noch recht unbekannt sind, was ich eigentlich schade finde, denn was Bernhard Weiss und seine Mammen so ueber die Jahre abgeliefert haben, laesst sich wirklich hoeren. So war dies, auch aus ein wenig nostalgischer Sicht, einer der persoenlichen Highlights, als ich den Mr. “Ich springe quer ueber die Buehne waehrend ich singe” zusammen mit dem neuen Line-up in Wacken live erleben konnte. Den Anfang, zumindest fuer mich, hat das 1990 herausgebrachte Album “Axxis II” gemacht, welches bei Scream vorgestellt wurde; auch wenn ich nicht mehr genau weiss, ob mehr als als ein Stueck gespielt wurde, so bin ich mir ei “Ships are sailing” absolut sicher. Auch wenn ich dann spaeter mittels der CD mit “Hold You” eine der nach wie vor schoensten Baladen entdeckt habe, so war es “Ships are sailing” welches mich absolut angefixt hat.
  • Auch wenn Victory vielleicht nie den Bekanntheitsgrad wie z.B. den der Scorpions erreicht haben, so war die Truppe durchaus einer der Acts, welcher auch in den Vereinigten Staaten recht erfolgreich war. So wie auch schon bei Axxis der Fall, so war es vor alleine Dingen ein Stueck, welches meine Aufmerksamkeit erweckt hat: “The 9th of November” aus dem Album “Temples of Gold” drehte sich thematisch – wie man anhand des Titels ja schon erahnen kann – um die politischen und gesellschaftlichen Umbrueche des Jahres 1989. Wie so ueblich liess sich dann nach dem Kauf des Albums feststellen, dass es die Scheibe durchaus noch ein paar andere hoerenswerte Stuecke enthielt: auch wenn ich hier “Rock ‘n’ roll kids” keinenfalls vergessen moechte, so ist es aber “Fighting back the tears”, welches mir auch seit Jahren immer noch unter die Haut geht (fuer mich einfach einer der depressivsten Songs ueberhaupt).
  • Wenn auch ein wenig spaeter ins Leben gerufen als Helloween, so wuerde ich doch mal behaupten sind Blind Guardian von der Bedeutung her nicht minder wichtig fuer die Entwicklung des eher bombasischen Metall. Das 1990er Album “Tales from the Twilight World” enthaelt eine Reihe von Stuecken, welche gewissermassen als Aushaengeschild fuer das kreative Schaffen der Herren fungieren koennen: mein persoenlicher Favorit ist natuerlich “Lost in the twilight hall”, aber wer eher einen Eindruck von den leisen Toenen der Band kriegen will, dem sei “Lord of the Rings” ans Herz gelegt.
  • “Living in Hysteria “ von dem gleichnamingen 1996er Heaven’s Gate Album war eine Entdeckung, welche letzten Endes groessere Kreise gezogen hat (auch wenn mir dies erst nach und nach bewusst geworden ist), als ich mir dies haette vorstellen koennen. Auch wenn mich die weiteren Alben der Band jetzt nicht so sonderlich vom Hocker gehauen haben, so sind es aber die Umtriebe von Gitarrist Sascha Paeth, welche in der Musikszene ihre Spuren hinterlassen haben; auch wenn der Mann seine Gitarre nicht komplett an den Nagel gehaengt hat, so hat er sich doch vor allen Dingen als Produzent einen Namen gemacht, welcher quer ueber den Globus immer wieder auftaucht.

Das Sendung mehr als nur einen fluechtigen Eindruck bei mir hinterlassen hat, ist nicht nur anhand der Tatsache zu erkennen, dass ich einigermassen gut noch zusammenbekomme, welche durchaus richtungsweisenden Bands und Alben ich auf diesem Wege kennengelernt habe. Was ich aber auch noch recht gut im Gedaechtnis habe sind die Details in Sachen Ausstrahlungstermin: Dienstag Abend, alle zwei Wochen (im Wechsel mit einer anderen Sendung), von 22 Uhr bis Mitternacht. Auch was den Moderator der Sendung betrifft, konnte ich mich noch an den Namen erinnern: Volkmar Kramarz, allem Anschein nach immer noch aktiv in Sachen Medien und Hoerfunk.

Die einzige Kleinigkeit, welcher ich bisher nie so recht nachgegangen bin, ist herauszufinden welche Stueck fuer das Intro der Sendung zusammengemixt waren. Da ich aber schon einmal dabei war mein Gedaechtnis ein wenig aufzufrischen, habe ich mir das ueber die Webseite verfuegbare Snippet vorgenommen und noch einmal mit frischen Ohren reingehoert. Auch wenn ich mir bei der Gitarre nicht so wirklich sicher war, so gab es bei dem Schrei eigentlich keine Alternative zu David Lee Roth; also schnell mal alle archivierten Van Halen Alben rausgekramt und alles angespielt bis… voila fuendig geworden. Ohne es zu wissen war “Somebody get me a doctor” ueber Jahre hinweg mein Start in den Dienstag Abend, der Auftakt fuer so manche musikalischen Entdeckungsreisen, welche bis zum heutigen Tage andauern.