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Tue, 22. March 2011 – 22:22

Es sieht doch ganz so aus, also wuerde ich langsam wieder zu den Urspruengen zurueckkehren, welche mich in Bezug auf Radioastronomie interessiert haben. Nachdem ich den ueberwiegenden Teil der letzten Jahre ja mit der Entwicklung von Software vrbracht habe, mache ich mich nun wieder daran mich mit den mathematischen Grundlagen zu beschaeftigen, welchen ich zum ersten Mal in der Radio-Interferometrie Vorlesung von Uli Klein ueber den Weg gelaufen bin. Wer sich noch an meine Diplomarbeit erinnert, dem duerften so Begriffe wie “Fourier Transform” und “Visibilities” vielleicht noch bekannt sein; in Vorbereitung fuer meinen Beitrag innerhalb des AARTFAAC Projektes habe ich meine Aufmerksamkeit nicht nun wieder jenen Gleichungen zugewandt, welche mich trotz aller Seitenpfade und Umwege immer wieder in den letzten Jahren begleitet haben. Ich muss zwar zu meiner Schande gestehe, dass ich ziemlich aus der Uebung gekommen bin, aber mit dem Essen kommt bekanntermassen der Appetit – wenn ich erst einmal wieder eine Weile einfach nur mit Stift und Papier gerechnet habe, dann weiss ich wieder was mich in letzter Konsequenz hier in die Niederlande verschlagen hat.

Da wir ja einen Ueberblick darueber bekommen muessen, welchen Anteil der fuer Hardware veranschlagten Million Euro letzten Endes auf den AARTFAAC Imager verwendet werden, versuchen vor allen John und ich auszuarbeiten, welche Rechenleistungen benoetigt wird; bedenkt man, dass das Budget gleich eine Reihe von Ausgaben abdecken muss, dann wird ziemlich schnell klar, dass wir mit einer einigermassen verlaesslichen Zahl herauskommen muessen – schliesslich wird es irgendwo auch ein wenig darum gehen verschiedene Optionen gegeneinander abzuwaegen. Zu den Optionen gehoert unter anderem auch die Frage, in wie weit die Anforderungen an die Rechenpower mit den diversen Parametern – Anzahl an Antennen, Anzahl an Frequenzkanaelen, Refreshrate fuer Kalibration und Beamtracking – zusammenhaengen; wenn wir da mit einem Male in einem dreistelligen TFlops Bereich auskommen, duerfte ziemlich klar sein, dass wir ein Problem haben, wenn die Anforderungen in einem eher vertraeglichen Bereich liegen, dann haben wir deutlich bessere Chancen die gesetzten Ziele zu erreichen. Dass das komplette AARTFAAC Vorhaben recht ambitioniert ist duerfte wohl ausser Frage stehen: der entscheidende Punkt ist es aber dennoch den “Proof of concept” zu erbringen, was gleich in mehrfacher Hinsicht von wegweisender Bedeutung ist (und damit meine ich mal nicht nur fuer den erfolgreichen Abschluss meiner Doktorarbeit). So habe ich mich denn heute auch noch einmal verstaerkt mit den diversen Gleichungen beschaeftigt, welche die Erzeugung einer Himmelskarte aus dem mit einem Radio-Interferometer genommen Daten beschreiben – jede Menge Matrix-Algebra und Fourier-Theoreme… also genau das, womit ich mich stundenlang beschaeftigen kann.