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Wed, 06. April 2011 – 22:09

Also ich glaube da sollte ich noch einmal einen kurzen Kommentar hinterherschieben: der Eintrag vom heutigen Nachmittag klang ja nicht unbedingt ermunternd, so dass ich sicherlich auch ein wenig dafuer Sorge tragen sollte nicht alleine die negativen Aspekte hervorzuheben. Es sei allerdings anzumerken, dass es doch eine ganze Weile gedauert hat, ehe es eben jene positiven Aspekte zu berichten gab – so viele unvorhergesehene Probleme, wie sie mir diesmal untergekommen sind, hatte ich schon lange nicht mehr.

Dabei war die eigentliche Idee doch recht simpel: ich schnappe mir den Rechner, welchen Ken seinerzeit bestellt, aber nie selber benutzt hat. Waehrend die Umstaende hinter dem Werdegang des Computers eine ganze Geschichte fuer sich darstellen, war der einzig fuer mich wichtige Faktor, dass ich auf diese Weise Zugriff auf einen Rechner kriegen wuerde, welcher nicht nur direkt bei mir unter dem Schreibtisch sitzt, sondern welcher von der Austattung her recht groesszuegig ist (wie grosszuegig, ist mir dann erst spaeter aufgefallen, als ich zusammen mit John einen genauren Blick auf die Hardware geworfen habe). Auch wenn ich denke, dass ich mir einen Teil der mit dem Laptop zusammenhaengenden Probleme darueber haette sparen koennen, wenn ich ein wenig grosszuegiger mit Ralphs Geld umgegangen waere (wozu ich mich wieder einmal nicht durchringen konnte), so habe ich mioh schon darauf gefreut eine Entwicklungsplatform in die Finger zu kriegen, auf welcher sich meine staendigen Compilerdurchlaeufe ohne ewiges Warten abarbeiten lassen (seit ihren Anfaengen ist die DAL doch recht ordentlich im Umfang gewachsen, so dass es schon eine Weile dauert, ehe alles gebaubt ist).

Um vielleicht noch ein wenig mehr Performance aus dem Rechner herauszukitzeln, kam von John der Vorschlag, dass es doch Sinn machen wuerde die beiden grossen Festplatten als RAID0 aufzusetzen; da es mir ja nicht sonderlich um Datensicherheit ginge (was wohl bei einer Datenreduktion eher der Fall waere), sondern um schneller Durchlaufzyklen bei der Softwareentwicklung, waere RAID0 eine gute Strategie die stattfindenden Plattenzugriffe zu verteilen und so insgesammt den Durchsatz noch einmal zu erhoehen. Was mich dann aber erst einmal Ewigkeiten gekostet hat, war den Installer davon zu ueberzeugen das von mir gewuenschte Partitionsschema korrekt anzulegen und fuer die weitere System-Einrichtung zur Verfuegung zu stellen. Nach einigem Hin und Her ist es mir aber schliesslich gelungen mein Wunsch-Setup anzulegen und das Debian Basis-System zu installieren. Das entscheidende Detail kam dann allerdings ein wenig spaeter, als es darum ging den Boot-Loader zu installieren: aus irgendeinem Grund will GRUB um jeden Preis /dev/sda verwenden – wenn diese Partition aber zusammen mit einer weiteren zu einem RAID kombiniert wurde, zerlegt es den Installer. Hat mich einiges an Suchem im Netz gekostet, um schliesslich herauszufinden, dass es fuer dieses Problem leider keine einfache Loesung gibt; interessanterweise bedeutet dies dann aber auch, dass der Debian Installer eine Partitionierung erlaubt, mit welcher der Boot-Loader anschliessen nicht klar kommt – da gibt es also ganz klar noch Raum fuer Verbesserungen. Die einzige Moeglichkeit das System dann doch – zumindest so weit wie moeglich – in der gewuenschten Weise an Laufen zu kriegen, war dann durch einen kleinen Trick: man lege zunaechst eine kleine Partition fuer /boot auf /dev/sda an, ehe man dann anschliessend die Platte mit einer weiteren als RAID zusammenfuehrt. Man verschenkt auf diese Weise zwar ein klein wenig Plattenplatz (weil RAID ja identisch grosse Platten haben will), aber zumindest kriegt man so den Boot-Loader als auch die eigenen Beduerfnisse ins Sachen Partitionsaufteilung zufriedengestellt.

Der Preis fuer die ganze Aktion? Im wesentlichen habe ich heute Nachmittag kaum etwas anderes gemacht als probiert den neuen Rechner in der von mir gewuenschten Weise ans Laufen zu bringen. Als es dann endlich so weit war, konnte ich eigentlich auch schon meine Sachen packen und nach Hause verschwinden. Immerhin aber konnte ich sehr zu meiner Zufriedenheit feststellen, dass mein kleines CMake-basiertes Framework, welches ich schon seit einer Weile auf meinem Laptop verwende, fast aus dem Stand auch auf der Debian Maschine funktionierte, so dass ich mir um die Installation und Aktualisierung all der wissenschaftlichen Pakte so gut wie keine Gedanken mehr machen muss (auch wenn ich durch den Platformwechsel noch auf ein paar kleine Fehler gefunden bin, deren Behebung aber zu einer allgemeinen Stabilisierung beigetragen haben). Somit muesste ich also so ziemlich alles an der Hand haben, um morgen den neuen Rechner fuer die Weiterentwicklung der DAL zu gebrauchen.