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Tue, 03. May 2011 – 08:17

Sage ich nicht immer, wenn ich nach meiner derzeitigen Umgebung gefragt werde, dass diese “farbenreich” sei… Nun, wie ich heute wieder einmal feststellen konnte, bezieht sich diese Umschreibung nicht nur auf die Menschen, welche hier in diesem Stadtteil anzutreffen sind, oder die Strassen, sondern auch auf die Bandbreite der Ereignisse, mit welchen man es hier zu tun kriegen kann.

Auf dem einen Ende der Skala haetten wir da den Nachmittag, als ich mich von der Wohnung auf in Richtung Uni gemacht habe; noch bevor ich aus dem Haus war, hatte ich schon mehrfach den Klang von Sirenen in den Ohren. Das fuer sich genommen stellt noch nicht mal ein so besonderes Ereignis dar, wie ich in den letzten Tagen wiederholt festellen konnte (man gewoehnt sich hier fast schon daran, dass mit einer gewissen Regelmaessigkeit Polizeiwagen mit Blaulicht an einem vorbeigerast kommen); das diesmal aber etwas leicht anders sein musste liess sich erkennen, als ich die naechstgroessere Kreuzung vom Javaplein aus erreichte. Auch wenn hier in der Nachbarschaft so manche Dinge passieren, ohne dass man sich sonderlich viel Gedanken darueber macht, so war der Auflauf an Menschen und die Ansammlung an Polizeiwagen in Blickweite nicht unbedingt das, was ich ansonsten bei meinen Gaengen zur Uni zu sehen kriege. Was da nun genau los war weiss ich nicht (muss ich auch nicht wissen, obwohl sich dies wohl ohne zu grossen Aufwand herausfinden lassen duerfte) – da ich mich aber nicht unbedingt in die Reihen Schaulustiger einordnen muss, habe ich relativ zuegig die Strassenseite gewechselt, um so meinen Weg ungehindert fortsetzen zu koennen. Finde ich immer ein wenig schwer abzuschaetzen, wie mitunter die Gemuetslage ist, wenn die Polizei gleich mit einem groesseren Aufgebot vor Ort ist; aus den wenigen Dingen, welche ich erkennen konnte, zeichnete sich doch eine recht lebhafte Neugierde und Debatte unter den Umstehenden ab. Da ich aber mit meinen Gedanken sowieso bei einer ganz anderen Sache war (naemlich noch bei einem Paper zu Performance-Tests), habe ich mich da nicht aufgehalten, sondern lieber meinen Weg in Richtung Uni fortgesetzt.

Ganz im Kontrast dazu steht dann eine Begegnung (auch wenn ich mir nicht so 100%ig sicher bin, ob man ueberhaupt so davon reden kann), welche ich auf dem Rueckweg nach Hause gehabt habe. Wie dies ja in letzter Zeit schon haeufiger geschehen ist, vor allen Dingen wenn das Wetter so warm ist, habe ich die alternative Route durch den Flevopark eingeschlagen; dies ist zwar (glaube ich zumindest) von der Strecke her ein klein wenig weiter, auf der anderen Seite her aber auch deutlich gruener und ruhiger (macht doch etwas aus, ob man an einer Strasse entlanglaeuft, oder sich durch einen Park bewegt). Kein Wunder also, dass dies ein Ort allerlei Freizeitaktivitaeten ist: Joggen, mit dem Hund Spazieren gehen, Gymnastikuebungen machen, sich zum Lesen auf die Wiese legen… oder seinem Freund einen Blow-Job geben. Jaja, was die Freizeitaktivitaeten betrifft, so trifft man im Park die volle Bandbreite des Lebens an, da muss man noch nicht einmal extra danach Ausschau halten, sondern einfach nur ganz normal seines Weges gehen. Dass ich hier und da ja mal ein Paerchen auf den Wiesen liegend vorfinde ist ja nun wirklich nichts besonderes, nur womit die zwei da am Wegesrand (und dies noch nicht einmal weiter abseits) beschaeftigt waren, ist mir so auch noch nicht untergekommen: auch wenn meine Aufmerksamkeit eher auch die Nachrichten konzentriert war, welche ich zu diesem Zeitpunkt gehoert habe, so war das, was die junge Dame bei ihrem Freund machte nicht zu verwechseln. Nun gut, ist ja nichts gegen einzuwenden, aber was den Bedarf an Privatsphaere betrifft schienen die beiden nicht so sonderlich grosse Beduerfnisse zu haben. Und ein Schelm wer dabei auf schlimme Gedanken kommt: haette ich den Jungs nur wenige Meter weiter (auch der anderen Seite einer Bauminseln) erklaeren muessen, wo sie ihren Biologieunterricht haetten auffrischen koennen?

Naja, wie ich schon sagte, die Umgebung hier ist doch recht farbenreich und man kann nie vorhersagen was einen erwartet, wenn man irgendwo um die Ecke kommt.