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Sun, 29. May 2011 – 11:55

Es gibt doch immer wieder Filme, Alben und Buecher, welche einem einfach nicht aus dem Kopf gehen, egal wie lange es her ist, dass man diese in der Hand gehabt hat. Ich denke mal, dass ich da durchaus eine laengere List hinbekommen wuerde, wenn ich einmal ein klein wenig darueber nachdenke – wer dann aber in jedem Fall in dieser Sammlung auftauchen wuerde ist Mervyn Peake’s Gormenghast:

One book, however, resisted and still resists the shelling-out of a central sermon or warning. The world created in Titus Groan is neither better nor worse than this one; it is merely different. It has absorbed our history, culture and rituals and then stopped dead, refusing to move, self-feeding, self-motivating, self-enclosed. This is the world of Gormenghast.

Auch wenn nicht von mir, so ist dies doch eine recht passende Beschreibung; die Welt von Gormenghast wirkt wie ein Ueberbleibsel aus einer vergangenen Zeit, eine in sich geschlossene, von allem anderen entrueckte Konstruktion, welche sich selbst ueberlebt hat und sich seit langem nur noch im Verfall befindet. Klingt vielleicht ein wenig duester, aber das hat mich bisher ja noch nie abgeschreckt; so wenig in der Tat, dass dies eines der Buecher war, welches ich bereits zu der Zeit verschlungen habe, wo ich mich durch die Sammlung der Honnefer Stadtbuecherei gelesen habe (und dies ist nun wirklich schon eine Weile her). Was mir ferner auch im Gedaechtnis geblieben ist waere der Umstand, dass ich es nach dem regelrechten Verschlingen der ersten beiden Baende nicht geschafft habe auch den dritten Band komplett zu lesen; die Ursache ich vor allen Dingen darin zu suchen, dass Titus Alone sich was Aufbau und Sprache betrifft doch deutlich von den anderen beiden Buechern unterscheidet und deutlich schwerer zu verdauen ist.

The story follows Titus as he travels far from Gormenghast and finds a futuristic world of industrialists and advanced technology (in some ways anticipating the steampunk genre). This novel is more randomly plotted than its two predecessors, without a strong lead character or a fixed setting. A heavily edited first edition was published in 1959; a fuller version compiled by Langdon Jones from Peake’s early drafts was issued in 1970 and forms the basis for all subsequent editions.

Da ich von der Konzeption des Werkes aber wirklich nachhaltig beeindruckt war, hatte ich immer noch irgendwo immer Hinterkopf eine mentale Notiz, dass ich mich irgendwann doch noch einmal an Band drei versuchen sollte – am besten wenn ich eine Gesamtausgabe aller drei Buecher mein Eigen nennen kann. Was letzteres betrifft habe ich immer wieder einmal Versuche unternommen, nur leider ist es mir bisher nie gelungen alle drei Baende mit einem Schlag in die Finger zu kriegen. Diese Suche hatte seit dem Umzug nach Amsterdam wieder Auftrieb bekommen, als ich im Book Exchange die Baende zwei und drei im Regal stehend vorgefunden habe; seit dem bin ich eigentlich mir einer gewissen Regelmaessigkeit wieder im Laden gewesen um zu schauen, ob sich nicht vielleicht doch noch der fehlende erste Band mit eingefunden habe. Als dann gestern einen erneuten Anlauf unternommen habe – nicht allein deshalb, sondern auch noch mit einigen anderen Buechern auf der Wunschliste – praesentierte sich direkt auf dem Tisch im Vorderraum eine Ueberraschung: Gormenghast in einer Gesamtausgabe als Box! Da noch nachzudenken ist vollkommen undenkbar, so dass sich schon wenige Momente nach dem Betreten des Ladens der Besuch vollkommen rentiert hat. Was ich jetzt allerdings mal schauen muss, ist wann ich dazu komme, mich an die Buecher zu wagen; dem Drang alles weitere stehen und liegen zu lassen habe ich diesmal widerstehen koennen, weil ich dafuer einfach eine viel zu lange Liste an Buechern habe, welche ebenfalls noch gelesen werden wollen. Insofern werde ich mir Gormenghast gewissermassen verdienen muessen: zunaechst einmal habe ich mir fest vorgenommen endlich einmal noch die Series of unfortunate Events zu Ende zu bringen – diese liegen schliesslich schon seit Lhee bei mir im Buecherschrank (wenn auch nicht die komplette Sammlung), so dass es von dieser Seite her eindeutig ein Lesevorrecht gibt… wie es allerdings danach aussieht muss ich dann mal schauen.