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Fri, 19. August 2011 – 19:08

Ich denke mal, wenn es eine Sache gibt, welche ich ein Stueck weit vermissen werde, dann sind es die ausschweifenden Spaziergaenge quer durch Amsterdam; nicht dass es rund um Bonn nicht die Moeglichkeit geben wuerde sich die Beine zu vertreten aber was die Entdeckungsmoeglichkeiten betrifft duerfte das Rheinland so seine Schwierigkeiten haben mitzuhalten. Das soll natuerlich keinesfalls heissen, dass ich mich dort nicht aufmachen werde (und dementsprechend auch bestimmt interessant Dinge zu finden weiss), aber einfach von der Art her ist Amsterdam wirklich sehr bunt und vielfaeltig, so dass sich hier immer wieder neues Material zum photographieren finden laesst.

Amsterdam

So auch jetzt am Sonntag geschehen: nachdem es die letzten Tage immer wieder geregnet hat, zeigte sich das Wetter spaetestens ab dem Mittag von seiner eher sommerlichen Seite. Also habe ich mir kurzentschlossen eine Kamera geschnappt (diesmal die D3, da die D300 ja hier auf das Stativ montiert ist, um den Fortgang der Umzugsvorbereitungen zu dokumentieren) und bin losgezogen. Ganz einfach so ins Blaue war dies allerdings nicht gedacht, weil ich mir die Suche nach einem bestimmten Motiv vorgenommen hatte: ich wollte mal schauen, ob ich nicht ein paar brauchbare Bilder von Bakfiets einsammeln kann, jenen hier als Transportmittel populaeren Fahrraedern, in deren an der Vorderseite befindlichen Kiste alles von Einkauefen ueber Hunde bis hin zu Kindern untergebracht werden koennen. Da ich auf absehbare Zeit wohl ein wenig mehr mit diesen Fahrraedern zu tun haben werde (zumindest was das Marketing betrifft), macht es natuerlich auch Sinn sich einmal ein wenig nach passendem Bildmaterial umzuschauen. Ich hatte jetzt nicht unbedingt erwartet direkt fuendig zu werden, aber zumindest schon einmal eine etwas konkretere photographische Vorstellung zu bekommen kann sicherlich nicht schaden. Folgerichtig bin ich also kreuz und quer durch die Strassen gelaufen, diesmal mit einem besonderen Interesse fuer groessere Ansammlungen an Fahrraedern; was dabei herausgekommen ist laesst sich durchaus als Ausgangspunkt gebrauchen, auch wenn dies teilweise erst einmal nur bedeutet, dass ich eine ungefaehre Idee davon habe, was man fuer eine Werbeaktion anders machen muesste (ist aber immer noch besser da im Vorfeld ein wenig zu experimentieren, so dass man spaeter genauer weiss, was genau man eigentlich haben will.

Amsterdam

Ich muss schon sagen, dass Amsterdam wirklich interessant ist, wenn man einfach mal nur durch die Gegend laufen und die Umgebung erkunden will – es gibt doch einiges zu sehen und zu erkunden. Einen Teil davon koennte man wahrscheinlich ein klein wenig besser planen, wenn ich mir im Vorfeld etwas mehr Gedanken machen wuerde, aber auf der anderen Seite hat es auch so seinen Reiz einfach mal loszuziehen und zu schauen, was sich ergibt. Nun, was sich bei dieser Gelegenheit ergeben hat, konnte sich wirklich sehen lassen (und dies nicht nur im uebertragenen Sinne): auf dem Weg in Richtung Amsterdamer Sueden bin ich an der Kreuzung Apollolaan/Beethovenstraat auf eine (zumindest in der Ecke der Stadt) untypische Ansammlung von Menschen gestossen. Was der Ausloeser eben jener Menschentraube war, liess sich nur schwerstens uebersehen: auf einer Rasenflaeche neben der Strasse stand eine riesige, gold-schimmernde Schildkroete mit einem Reiter auf dem Ruecken (dieser erinnerte mich im ersten Augenblick ein wenig an Elvis, aber bei genauerem Hinschauen konnte ich mich ueberzeugen dass es dann doch nicht der King war, welcher hier auf amphibischem Transportmittel unterwegs war). Es handelte es sich aber bei Weitem nicht nur um eine einzige Skulptur: der ganze Gruenstreifen in der Mitte der Allee war mit Skulpturen bestueckt, in allen nur erdenklichen Groessen, Farben, Formen und allen moeglichen Materialien. Wie sich herausstellte, war ich – und dies vollkommen ohne vorherige Planung – auf die diesjaehrige Artzuid gestossen, eine internationale Skulpturausstellung im Sueden Amsterdams. Natuerlich ein wenig schade, das ich Julia bei dieser Gelegengheit nicht dabei hatte, aber auch so habe ich mich mal genauer umgeschaut und versucht ein paar brauchbare Aufnahmen mitzubringen. Nun bin ich jetzt nicht unbedingt so der Spezialist fuer feststehende Strukturen, aber das heisst ja nicht, dass ich nicht doch versuchen kann interessante Blickwinkel zu finden und auch diese Weise ein paar Eindruecke mitzubringen. War wirklich sehr interessant sich einmal umzuschauen, zumal es doch eine recht umfangreiche Installation von Skulpturen war, welche sich da ueber mehrere Strassenzuege und Freiflaechen verteilte. Muss ich mir definitiv einmal im Hinterkopf behalten, dass dies durchaus ist, wonach in Zukunft Ausschau halten muss – ich denke ja schliesslich, dass Amsterdam da der einige Ort ist, an welchem es derartige Kunst-Attraktionen gibt.

Amsterdam

Angesichts der fortgeschrittenen Stunde (ich bin manchmal verbluefft, wie schnell die Zeit doch vergehen kann, ohne dass man dies mitbekommt), habe ich mich dann auf den Heimweg gemacht. Ich hatte zwar noch ueberlegt, vielleicht ein kleines Stueck mit der Strassenbahn zu fahren, aber aus einem mir nicht so ganz erfindlichen Grunde wollte das Lesegeraet meine Fahrkarte nicht akzeptieren. War aber wiederum auch nicht so schlimm, weil ich dadurch noch eine weitere kleine Entdeckung habe machen koennen, naemlich den in Amsterdam befindlichen Superstore von kameranu.nl (wo ich seinerzeit meine D3 bestellt habe). Um mal schnell einen Abstecher in den Laden zu machen, war allerdings leider schon ein wenig zu spaet, aber von dem ausgehend was ich durch Fenster habe sehen koennen, waere dies wirklich mal einen Besuch wert (ist doch immer etwas andere die Dinge direkt anschaun zu koennen, statt nur ein Bild auf einer Internetseite vor sich zu haben). Vielleicht war es aber auch besser so, denn schliesslich sollte ich ja erst einmal zusehen, dass ich mit der Photographie Geld verdient kriege, bevor ich mich wieder auf der Ausgabenseite betaetige.

Da ich mit dem Heimweg jetzt aber keine sonderliche Eile hatte, bin ich noch ein wenig durch die Gegend gelaufen… und dabei auf dem Vorplatz zum Reichsmuseum gelandet. Ganz unbekannt ist mir diese Ecke von Amsterdam nicht, denn zum Beispiel steht hier am Koeniginnentag die grosse Konzertbuehne, auf welcher von Mittag bin in den Abend hinein Livemusik geboten wird. Aber auch ansonsten ist auf dem Gelaende recht viel los, da brauch es nicht einmal eines besonderen Anlasses. Neben der Wiese (welche natuerlich gerade bei schoenem Wetter belegt ist) und den drumherumliegenden Museen gibt es seit einer Weile noch eine besonders interessante Attraktion:

“Located at the back of the Rijksmuseum, the large I amsterdam slogan at Museumplein Square has fast become a city icon and a much sought after photo opportunity. Visitors photograph themselves, in, around and on top of the slogan, and it always manages to inspire the novice photographer.

At more than 2 metres tall, the slogan measures over 23.5 metres wide. A second set of letters playfully changes location around the city, making appearances at fashion shows, fairs and festivals.

‘I amsterdam’ began as the marketing campaign for the Amsterdam area and its business and promotional organisations, but quickly took on a life of its own, becoming a collective catch phrase for the city’s residents, regardless of who they are or where they come from.”

Ist einfach interessant ein wenig an der Stelle zu verweilen und sich anzuschauen, auf was fuer Ideen die Menschen kommen. Eine absolut grandiose Idee, welche nicht nur ein unwiderstehlicher Publikumsmagnet ist, sondern auch eine nicht versiegende Quelle photographischer Inspiration – an den Buchstaben kann man einfach nicht vorbeilaufen, ohne sich mit der Kamera daran zu versuchen. Und das gute ist: selbst wenn man niemanden dabei hat, mit dem man ein Shooting veranstalten koennte, so gibt es mehr als ausreichend Motive, welche sich einfangen lassen. Definitiv ein Tip fuer einen Abstecher nach Amsterdam!