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Sun, 02. October 2011 – 08:42

Das sind nun also schon zwei Tage vorbei. Waehrend der Freitag ja eher ein wenig zum warm werden gedacht (auch wenn dies sicherlich nicht die offiziele Sichtweise der Dinge ware), so stand am gestrigen Samstag ein langes Programm auf der Tagesordnung. Angefangen um 13:30 Uhr, mit einer einstuendigen Pause zum Abendessen, ging es dann durch bis viertel nach elf; zugegeben, das ist nicht ganz so lang wie in Vorjahren (zumindest kann ich mich an laengere Abende erinnern), aber sechs Bands in Folge ist schon recht ordentlich – da kann ein wenig Nachruhe anschliessend sicherlich nicht schaden.

Der Headliner des gestrigen Tages waren Symphony X, welche – zumindest fuer mich – noch einmal den entscheidenden Ausschlag gegeben hatten, mich hier nach Baarlo aufzumachen. Angesichts der Tatsache dass die Mannen um Michael Romeo zu Beginn des Jahres ihr lang erwartetes neues Album veroeffentlicht hatten, war ich natuerlich mal gespannt, wie sich dies denn live praesentieren liesse. Ich glaube man kann nicht anders urteilen, als dies eine gelungene Darbietung zu bezeichnen – sehr professionel und auch hoechstem musikalisch-technischem Niveau. Ich muss allerdings schon sagen, dass es von der Lautstaerke her durchaus etwas weniger haette sein koennen: die Abmischung der einzelnen Instrumente ging doch sehr in der Lautstaerke unter, so dass wirklich differenzierte Hoeren schwer gemacht wurde. Das ist eigentlich schade, denn jeder der einzelnen Musiker beherrscht sein Instrument grandios – da waere es dann schon schoen, wenn man davon etwas mehr heraushoeren koennte.

Auch wenn ich im Vorfeld natuerlich in besonderer Weise auf der Fingerfertigkeiten von Gitarrist Michael Romeo abgezielt habe, so war es doch sehr eindrucksvoll Russel Allen in Aktion zu beobachten: ich denke mal, dass sich mit Recht sagen laesst, dass der Mann derzeit zu den besten Saengern gehoert, welche im Bereich des Progessive Metal zu finden sind. Es gibt ja haeufig Faelle, wo die Performance im Studio sehr von der Live-Darbietung abweicht, vor allen Dingen weil die Rahmenbedingungen doch sehr unterschiedlich sind; bei Russel Allen muss man sich darueber aber keine Sorgen machen, weil der Mann einfach ein Organ hat, welches auf der Buehne genauso rueberkommt, wie dies auf dem Album der Fall ist (waere nur halt schoener gewesen, wenn der Mix zugelassen haette, dies auch deutlicher heraushoeren zu koennen…). Da nun ProgPower ein recht ueberschaubares Festival ist, sind auch die Interaktionen mit dem Publikum ganz andere, als dies bei einem Riesenevent wie Wacken oder Graspop der Fall waere; somit konnten hier auch die Entertainerqualitaeten bewundert werden, welche mich schon ein wenig an Damian Wilson (Threshold) erinnert haben. Sehr nett ware dabei die Episode, wo sich Allen die Kamera von einer der Personen direkt vor ihm in der ersten Reihe schnappte, um damit von der Buehne aus ein paar Bilder zu machen; nach der ersten Inspektion der Kamera (“Wow, this is a big lens.”), ging es dann ans photographieren. Wie zu erwarten war der Saal natuerlich alles andere all hell, so dass ein Blitz noetig wurde; dass sich dieser allerdings nicht finden liess, ergab dann doch einen verwunderten Kommentar: “I heard die Economy was bad over here, but now they’re even taking out the flash out of the camera…?” Da kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Von der musikalischen Seite her fand ich allerdings ein paar andere Bands ueberraschender; so ein Festival ist doch immer wieder dazu geeignet Neuentdeckungen zu machen und somit Bands kennenzulernen, von welchen man vorher noch nie etwas gehoert hat. Dies ware definitiv der Fall fuer Schizoid Lloyd (nl), White Walls (ro), DGM (it) und Long Distance Calling (de). Vor allen Dingen Schizoid Lloyd waren eine wirkliche Ueberrachung, weil die Jungs von der Musik her sehr breit aufgestellt waren und sich allerlei Stilrichtungen bedienten; ich denke mal was die Bandbreite an stilistischen Einfluessen betrifft war der Start am Samstag definitiv das Beste was das Festival bisher zu bieten hatte. Waehrend bei DGM die Meinungen allem Anschein nach ziemlich auseinander gingen (viel war dies einfach nicht progressiv genug), habe ich mich davon nicht weiter stoeren lassen und weitere meine Photos gemacht. Gerade was letzteres betrifft hatte ich ja ein wenig meine Zweifel, weil es ja nun doch eine Weile her ist, dass ich mit Kamera auf einem Konzert unterwegs war; stellt sich allerdings heraus, dass es nicht sonderlich viel Zeit bedarf, um wieder mit dem Vorgang vertraut zu werden. Auch wenn jetzt nicht sonderlich viel Zeit war um sich in Ruhe durch die Bilder zu wuehlen, so habe ich schon gesehen, dass ich auf jeden Fall wieder eine Reihe guter Aufnahmen behalten werde, so dass wir brauchbares Material fuer Studio Rock haben werden.