Also dies war doch ein grandioser Abschluss fuer die zweite Serie: auch wenn schon eine Weile klar war, dass es weitere Folgen von Sherlock geben wuerde, so gaben sich die Macher recht geheimnisvoll was die genauen Umstaende betrifft, denn schliesslich gab es ja die Moeglichkeit dass der Hauptcharakter nicht mehr unter den Lebenden weilen wuerde. Sicher, waere ich genauer bekannt mit den Original Sherlock Holmes Buechern, dann haette ich wohl den einen oder anderen Hinweis daraus ableiten koennen; wie ich ja mittlerweile auch so nachlesen konnte (und mir dann auch noch einmal von Julia bestaetigt wurde), kommt Holmes – eigentlich – zusammen mit Moriarty beim Sturz den Reichenbachfall hinab ums Leben. Interessanterweise funktionierte das Vorhaben von Sir Arthur Conan Doyle nicht wirklich, weil sein Held inzwischen viel zu beliebt geworden war; dementsprechend hagelte es also Beschwerden seitens der Leser, so dass Holmes in “The Hound of Baskerville” gewissermassen seine Wiederauferstehung feiern durfte. So sehr aber wie die Macher der Serie Bewunderer des Original-Materials sind, so sehr konnte man fast erwarten, dass es zu einem dramatischen Ende kommen wuerde, welches eine Hintertuere offenhielt. Nun, seit der gemeinsamen naechtlichen Fernsehaktion ist klar, in welche Richtung die Reise zu gehen scheint… waeren da nicht trotzdem ein paar Details was den Ablauf der Dingen in den entscheidenden Sekunden betrifft.

Schon beim ersten Anschauen der letzten paar Minuten, fielen ein paar Kleinigkeiten aus, welche einfach nicht nur zufaellig sein konnten. Besonders bemerkenswert in diesem Zusammenhang war unter anderem ein verdaechtig positionierter Lastwagen, welcher im entscheidenden Augenblick vor Ort war, dann aber sofort verschwindet. Gehen wir einfach einmal davon aus, dass Sherlock eben nicht Superman ist – und dementsprechend nicht so ohne weiteres den Fall von einem mehrstoeckigen Gebaeude ueberlebt, dann muss es einen Plan gegeben haben, wie sich der Sturz in den Tod vortaeuschen laesst. Der erste Schritt um dem ein wenig naeher zu kommen war, sich die entscheidenden Szenen noch einmal ganz genau anzuschauen, am besten Bild fuer Bild, um ansonsten vielleicht uebersehene Details mitzubekommen; interessanterweise war dies aber nicht alleine meine Idee, denn sogar Julia war mit einem Male vom Suchtrieb angesteckt. Wenn man mit diesen Untersuchungen durch ist, bleibt als naechster Schritt dann die Konsultation externer Quellen: stellte sich allerdings heraus, dass es nur wenige Beitraege in diversen Foren zu finden gab, welche wirklich ueberzeugende Rekonstruktionsversuche zu bieten hatten – einiges von dem, was es so zu lesen gab, gibt sich recht spekulativ, mehr als Geschichte denn als Analyse. Um nun aber nicht die komplette Nacht damit zu verbringen den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, habe ich die Recherchen erst am Morgen wieder aufgenommen, diesmal aber unter Zuhilfenahme von u.a. Google Maps: weil der Ort des Geschehens ja bestens bekannt ist, sind Satellitenbilder durchaus hilfreich – Google Street-View traegt dann noch die restlichen Informationen bei, welche fuer eine Vertrautheit mit dem Tatort notwendig sind. Nimmt man dann alles zusammen, so laesst sich das Geschehen eingermassen eingrenzen, aber eben leider nicht 100%ig. Somit bleibt es also doch den Machern der Serie ueberlassen irgendwann zu Beginn der dritten Serie (welche allerdings nicht vor Mitte 2013 zu erwarten ist, vorwiegend aufgrund Verpflichtungen der Darsteller) Licht ins Dunkel zu bringen, welche Vorkehrungen Sherlock getroffen hat, um seinen Tod vorzutaeuschen.