Also irgendwo haette es mich ja durchaus schon einmal interessiert, was sich so die Leute gedacht haben, als ich am heutigen Nachmittag durch die Gegend gelaufen bin; waehrend die meisten unterwegs waren um das (wenn auch nicht sonderlich warme) sonnige Wetter auszunutzen, war ich eher notgedrungen unterwegs, weil sich Julias Auto ein wenig zu klein fuer unsere Einkaeufe erwiesen hat. Ok, wenn ich jetzt sage “unterwegs” dann meine ich in diesem Fall aber noch einmal einfach nur so eben um den Block – in diesem Falle wuerde ein etwas laengerer Marsch noetig, um den Kirschbaum heil nach Hause zu bringen:

Marschrouten

Bliebe jetzt wahrscheinlich die grosse Frage: wieso ueberhaupt diese ganze Aktion? Nun, dass laesst sich einigermassen erklaeren…

Angfangen hat alles damit, dass Julia bei einem ihrer Streifzuege auf der Suche nach interessanten Angeboten auf einen in der Naehe von Sechtem ansaessigen Gartenbaubetrieb gestossen war: nicht nur dass es bei Groupon eine Gutschein-Aktion fuer einen Einkauf im Wert von 50 Euro gab, sondern fuer den Sonntag war dort auch ein Tag der offenen Tuer angesetzt. Da wir ja schon an den vergangenen sonnigen Tagen fleissig im Garten (oder besser: in dem Garten-Streifen) gewuehlt hatten und mittlerweile alle Toepfe mit Pflanzen voll sind, passte es ganz gut auch da noch einmal einen Ausflug zu planen. Auch wenn ich angesichts des Wetters durchaus mit dem Gedanken gespielt habe nach dem Sport von Mondorf aus nach Roisdorf zu fahren, um mich dort mit Julia zu treffen, so erwies es sich rein logistisch als sinnvoller bei Thomas im Auto mitzufahren. Wie wir ja bei unserem Abstecher in den Koelner Zonn am Samstag schon festgestellt hatten, lag der Betrieb nur einen Steinwurf entfernt von einer Haltestelle der Linie 18 – da waere es also absolut unsinnig gewesen sich extra da Auto zu schnappen; folgerichtig sind wir also in Roisdorf in die Bahn gestiegen, um uns erneut in Richtung Koeln aufzumachen.

Waehrend die Suche auf dem Hauptbereich des Betriebsgelaendes eher erfolglos blieb, so erwies sich der Abstecher in die auf den umliegenden Felder stehenden Gewaechshaeuser als ein Treffer: innerhalb von kuerzester Zeit war es meine Aufgabe auf drei Pflanzen aufzupassen, waehrend Julia weiterstoeberte. Da wir uns wegen der Rueckfahrt ein wenig beeilen mussten (die Linie 18 faehrt am Sonntag leider nur noch im Stundentakt), blieb es dann auch bei der Auswahl – haetten wir noch mehr Zeit gehabt, dann waeren wir aller Wahrscheinlichkeit mit einem halben Wald zurueckgekommen. So aber hiess es Pflanzen unter den Arm packen und die Hufe schwingen: mit Bezahlen und alles transportfertig machen kam es ganz knapp aus – wir hatten gerade einmal den Bahnsteig erreicht, da fuhr auch schon die Bahn ein. Schon beim Einsteigen aber kamen die ersten Zweifel auf, wie es denn mit der Weiterfahrt im Auto aussehen wuerde; waehrend von zwei der Pflanzen durchaus zu erwarten war, dass sich diese (irgendwie) im Auto unterbringen lassen wuerden, so reifte recht schnell die Gewissheit, dass der Kirschbaum in keiner Anordnung heil die Fahrt ueberleben wuerde. Je naeher also die Bahnstation in Roisdorf kam, desto ernsthafter kam die Alternative eines sonntagnachmittaglichen Spaziergangs in Betracht. Kurz vor dem Erreichen unserer urspruenglichen Startposition war dann der Entschluss gefasst: waehrend Julia die beiden kleineren Baeume zum Auto tragen wuerde, um sich dann auf den Heimweg zu machen, waere es mein Los zusammen mit dem Kirschbaum quer ueber die Felder in Richtung Duisdorf loszuziehen. Da ich gluecklicherweise noch ausreichend mit Hoermaterial ausgestattet war, fand ich den Gedanken nicht so sonderlich abschreckend: also in Roisdorf von Julia verabschiedet, noch eine Station weiter gefahren und dann losgelaufen…

Von der Zeit her hat es ziemlich gut hingehauen – ich war eine Stunde lang unterwegs, kuerzer also also als ich fuer meine Folge von “This Week in Photography” benoetigt haette. Der Baum erwies sich gluecklicherweise als nicht sonderlich sperrig und/oder schwer, so dass ich in der Tat Gelegenheit fuer einen Spaziergang hatte (lediglich von den Klamotten her haette es etwas weniger sein koennen, weil mir zwischendurch doch gut warm geworden ist). Auch wenn ich mich keinesfalls abgehetzt habe, so war ich anschliessend doch ein wenig geschafft: nach zwei Stunden Sport am Morgen, einem Ausflug zum Pflanzen schauen und kaufen… und dem abschliessenden Fussmarsch, war ich schon ganz froh, dass ich mich zuhause angekommen (wie versprochen) an einen gedeckten Tisch setzen konnte, um mich wieder zu staerken.