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Wed, 08. August 2012 – 14:09

Also manchmal gibt es einfach Nachrichten, da beginnt man ernsthaft an dem “Sapiens” zu zweifeln… Klaus Hermann, ein deutscher Photograph, hat auf Google+ eine Meldung in die Runde gebene, welche unter dem Titel Not on Facebook? Employers, Psychiatrists May Think You’re a Psychopath die Frage stellt, in wie weit eine Abwesenheit bei Facebook ein Indiz fuer psychologische Stoerungen sein koennte:

Some psychiatrists and employers now find it suspicious for an individual to keep off Facebook, reports The Daily Mail. That’s because for today’s young generation, having Facebook is considered “normal,” while opting out is considered “abnormal.”

Employers may suspect that an applicant’s absence from the social network means the account is so full of offensive material that it had to be deleted. After all, 90% of recruiters check out candidates’ online profiles.

Similarly, psychologists see Facebook activity as a reflection of a healthy social life.

Da sich Mashable seinerseits auf zwei Artikel – jeweils in der Daily Mail und dem Tagesspiegel bezieht, habe ich der Vollstaendigkeit halber dort auch noch mal nachgeschaut. Was man dort nachlesen kann, klingt sogar noch einmal eine Ecke unsinniger als in der Zusammenfassung:

Wecken Jugendliche, die keinen Facebook-Account besitzen, also Misstrauen? Bei einigen Personalabteilungen in den USA bestimmt, wurden dort doch zuletzt Fälle bekannt, in denen Chefs von ihren Bewerbern die Zugangsdaten für ihr Profil verlangten. Wer kein Profil besitzt, für den gibt es auch kein Jobangebot, weil er etwas zu verbergen hat. So weit geht es hierzulande noch nicht. Aber auch in Deutschland erkundigen sich “70 bis 80 Prozent der Personaler nach den Bewerbern im Netz”, sagt der Hannoveraner Psychologe Christoph Möller.

Also ich finde es schon erschreckend, was fuer Schlussfolgerungen hier gezogen werden: sicher, es mag Leute geben, welche etwas verstecken wollen, aber was ist mit den mindestens genauso plausiblen Alternativen, dass man sich bewusst gegen ein Netzwerk wie Facebook entscheidet, weil man z.B. mit dessen Position in Sachen Benutzerdaten nicht einverstanden ist oder sich schlicht und ergreifend mit den eigenen Interessen an anderer Stelle weitaus besser aufgehoben fuehlt? Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch die Aeusserung “psychologists see Facebook activity as a reflection of a healthy social life”: soll dass also heissen, wenn ich es zum Beispiel vorziehe mich lieber in der Realitaet mit Leuten zu treffen statt online (auch wenn sich dies selbstverstaendlich nicht ausschliesst), dann verfuege ich ueber keine gesundes Sozialleben? Also ehrlich, wenn ich dies lese, dann mache ich mir eher Sorgen um die Herren Psychologen, welche derartige Aeusserungen von sich geben…