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Thu, 16. August 2012 – 18:42

Unter all den Buechern, welche noch bei mir zuhause im Regal liegen und darauf warten gelesen zu werden, ist dies ein Titel, welcher letzten Endes bis in die Grundschulzeit zurueckreicht: “Titus Alone” ist der dritte Band der “Gormenghast” Reihe des englischen Schriftstellers Mervyn Peake’, nach “Titus Groan” und “Gormenghast” in Streifzug hinaus in die Welt jenseits der Mauern, hinter welchen die ersten beiden Baende stattgefunden haben. Auf die Buecher gestossen bin ich vor Urzeiten, als ich mich durch die Regale der Bad Honnefer Stadtbibliothek gelesen habe; die deutlich also solche erkennbaren Klett-Cotta Baender (der deutschen Ausgabe) sind mir sofort ins Auge gefallen – schliesslich ist es ja auch der gleich Verlag, von welchem die “Herr der Ringe” Ausgabe stammte, mit welcher ich meine Reise durch Mittelerde angetreten bin. Waehrend ich – von der recht duesteren Atmosphaere eingefangen – die ersten beiden Buecher regelrecht verschlungen habe, bin ich bei “Titus Alone” nie ueber die ersten drei oder vier Kapitel hinausgekommen; auch wenn der zentrale Charakter des Buches einigermassen vertraut war, so stellte sich die sprachliche und dramaturgische Konstruktion als schwer verdaubar heraus. Ich habe (wenn ich mich da recht erinnere) durchaus einige Anlaeufe genommen, aber deutlich weiter als bei dem ersten Versuch bin ich nie gekommen. Die Faszination fuer die Reihe ist aber nie verschwunden, so dass Band drei immer einem Schatten gleich an meinem literarischen Horizont gehangen hat.

Die Entdeckung des absolut fantastischen Book Exchange in Amsterdam (ein Laden, welchen ich wirlich vermisse) liess die Erinnerung erneut aufkommen, so dass ich bei jedem meiner Besuche nach den Baenden Aussschau gehalten habe. Einmal realisiert, dass es eine Box-Ausgabe aller drei Baende gibt, war natuerlich klar, dass dies die einzige akzeptable Art der Anschaffung sein wuerde. Hat eine Weile gedauert, aber Ende Mai 2011 bin ich dann endlich fuendig geworden… wer aber die Eintraege in der Zwischenzeit mitverfolgt hat, der sollte wissen, dass ich seit dem allerlei andere Buecher gelesen, die “Gormenghast” Baende aber bisher nicht aufgeschlagen habe – ein Zustand, welcher natuerlich nicht auf Dauer so bleiben kann.

Als ich jetzt aber noch dabei war, die zurueckliegenden Blog-Eintraege in die sich im Aufbau befindliche Website zu importieren, habe ich den Artikel von letztem Jahr wiedergefunden und bin einem der darin eingebundenen Links auf Wikipedia gefolgt. Von dort aus war es natuerlich nur ein recht kleiner Schritt, sich noch ein wenig weiter umzuschauen, so dass ich schon etwas aufpassen musste, nicht komplett von der Klippe zu fallen. Konnte mich da gluecklicherweise zusammenreissen, so dass ich lediglich der Website von David Louis Edelman einen Besuch abgestattet habe. Hintergrund davon war, dass dieser anlaesslich einer Neuausgabe von “Titus alone” eine Einfuehrung fuer das Buch geschrieben hat, welche versucht den Inhalt des Buches mit dem Geistes- und Gesundheitszustand des Autors in Verbindung zu bringen. Waehrend ich hier nicht alles wiedergeben brauche, so gibt es schon einen Abschnitt, welcher sehr gut auf den Punkt bringt, was mich seinerzeit daran gehindert hat (trotz entsprechender Motivation) das Buch zuende zu bringen:

Well, there’s no delicate way to put it: this book is bizarre. Even by the standards of the previous Gormenghast novels (which aren’t exactly models of straightforward narrative), Titus Alone stands — well, it stands alone. Titus spends the entire book wandering through a sparsely described dream world pursued by two silent, faceless policemen. He journeys through an underground realm filled with derelicts and runaways. There’s a beggar who eats money, and a remote-controlled glass spy globe. One of the main characters spends a good deal of the book with an ape on his shoulder.

Keine einfache Aufgabe also, wenn ich mir nach wie vor vorgenommen habe die Reihe abzuschliessen; ob ich dafuer – ein wenig um warm zu werden – noch einmal die vorhergehenden Baende lesen werde, muss ich mir noch einmal ueberlegen. Da ich vorher aber noch ein paar andere Buecher auf der Leseliste sehen habe, wird es wohl noch ein klein wenig dauern, eher ich mich wieder in die Welt von Gormenghast begebe… aber geschehen wird dies ganz bestimmt!