{title:}

Wed, 22. August 2012 – 08:38

Auch wenn ich immer noch den Eintraegen in meiner (zugegebenermassen langen) Filmeliste hinterherjage, so habe ich es letzte Nacht doch endlich mal noch geschafft, das schon lange vorgemerkte The Best Exotic Marigold Hotel (2011) anzuschauen. Seit dem Zeitpunkt, wo ich den Trailer gesehen habe, war eigentlich klar, dass dies einer jener Filme sein wuerde, welche genau nach meinem Geschmack sind – stellt sich heraus, dass ich mit dieser Einschaetzung genau richtig lag. Dass ich dabei sogar noch einige Details uebersehen hatte – welche mir dann im Abspann bewusst wurden – ist dabei fast schon eine Nebensache (auch wenn dies durchaus bei der Erklaerung dafuer helfen kann, warum der Film auf diese Weise konstruiert ist). Aber nicht nur auf der erzaehltechnischen Seite weiss die Geschichte zu ueberzeugen: das Schauspieler-Ensemble – Judi Dench, Tom Wilkinson, Bill Nighy, Maggie Smith, Ronald Pickup – ist hochkaraetig besetzt und liefert sowohl einzeln, als auch in den diversen Kombinationen, eine tolle Performance ab.

Waehrend ich den Film geschaut habe, musste ich wiederholt an das 2002 Remake von Solaris mit George Clooney denken, was Erzaehltechnik und Bildfluss betrifft. Es gibt mehrfach jene fast schon in einen Trancezustand abgleitenden Sequenzen, bei welchen sich Bilder und Musik miteinander verweben; es entsteht dabei ein Erzaehlfluss, welcher von einem gemeinsamen Rhythmus angetrieben wird und fast schon jegliches Zeitgefuehl verlieren laesst. Als ich dann im Abspann gesehen habe, dass John Madden fuer den Film verantwortlich zeichnet, ist mir (zumindest ein kleines Stueck weit) der Ursprung dieser Erzaehltechnik klar geworden – schon bei Shakespeare in Love gibt es vergleichbare Sequenzen, in welchem der Bogen zwischen unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und Orten gespannt wird.