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Fri, 31. August 2012 – 15:51

Manchmal haelt das reale Leben – falls man denn den amerikanischen Wahlkampf in diese Kategorie einordnen kann – seine ganz eigene Comedy bereit:

Der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Lokalpolitiker Clint Eastwood hat gestern eine merkwürdige Rede gehalten. Die Organisatoren des Republikaner-Parteitags hatten ihn als Sprecher geladen, er sollte direkt vor dem Auftritt des Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zu den Delegierten in Tampa sprechen. Eastwood redete frei und ohne erkennbares Skript. Das hätte – in Zeiten der Überinszenierung im Politikbetrieb – erfrischend sein können. War es aber nicht.

Der 82-Jährige sprach zu einem leeren Hocker auf der Bühne und tat, als ob Präsident Barack Obama darauf säße. Eastwood schien in einer Zwiesprache mit dem Präsidenten zu sein: Er belehrte den nicht vorhandenen Obama über dessen Fehler im Präsidentenamt. Die Darbietung war bizarr und surreal; mitleiderregend war an Eastwoods Auftritt das Bild des geistigen Verfalls, das er bot. Kein Wunder, dass Obamas Sprecher Ben LaBolt alle Anfragen “an Salvador Dali” weiterleiten will.

Ich denke mal surreal ist durchaus die richtige Bezeichnung – muss man sich einfach selber angeschaut haben. Das Video gibt es bei tagesschau.de oder auf YouTube zu finden. Weitere Reaktionen dazu finden zu schon den ganzen Tag ueber aus sozielen Netzwerken wie Google+ (ich denke mal auf den anderen Kanaelen duerfte es nicht viel anders sein).