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Tue, 04. September 2012 – 20:58

Habe ich immer wieder von gehoert, so dass es einfach mal an der Zeit war mir selber eine Meinung zu bilden: “The Camino” von Shirley Mclaine ist eines jener immer wieder aufgefuehrten Buecher, wenn es um Beschreibungen der Pilgerreise auf dem Jacobsweg geht. Auch in dem Reisetagebuch von Hape Kerkeling (“Ich bin dann mal weg”), welches ich ja regelrecht verschlungen hatte, fand sich ein Verweise auf die Aufzeichnungen der Schauspielerin – Grund genug also, um mal reinzuschauen, was es denn damit auf sich hat.

Als ich am Wochenende mal eine kleine Pause in meinem FX-Show Podcast Marathon machen wollte, fiel meine Aufmerksamkeit wieder auf das Hoerbuch, welches sich ja schon eine Weile in meiner Sammlung befunden hatte – warum dann also nicht mal reinhoeren. Die erste (wenn auch nur kleine Enttaeuschung) war, dass es sich bei dem Hoerbuch, entgegen dem was der Titel versprach, um eine deutschsprachige Fassung handelte. Da gibt es sicherlich schlimmeres, aber im Original waere mir natuerlich lieber gewesen. Viel entscheidender ist aber was das Buch inhaltlich zu bieten hat: wuerde man – wie es der Titel vermuten laesst – eine Beschreibung der Wanderung auf dem Jacobsweges erwarten, dann wird man doch herb enttaeuscht: die dementsprechenden Schilderungen nehmen nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Buches ein. Viel umfangreicher sind hingegen die Erzaehlungen ueber die Besiedlung der Erde durch Ausserirdische und eine sich ueber Millionen Jahre erstreckende Folge vorheriger Leben… natuerlich mit einer Episode in der versunkenen Stadt Atlantis. Das muesste ich mir echt einmal den Spass erlauben und eine Passage zitieren, damit man sich selber ein Bild machen kann – aufgrund der Menge wuerde man da aber wahrscheinlich selbst bei einer Besprechung an die Grenzen des “Fair Use” zu geraten, weil die Schilderungen einfach so umfangreich sind. Kleines Bespiel? Eine der Personen, welcher Mclaine auf ihrer Wanderung begegnet, wird ganz klar als Inkarnation von Karl dem Grossen und spaeter von Olaf Palme identifiziert. Was ich von derartigen Schilderungen halten soll lasse ich mal dahingestellt – mit dem Jacobsweg hat dies aber nur sehr, sehr bedingt etwas zu tun; vielmehr scheint es mir, dass der Kontext nur den Rahmen fuer eine recht ausladende Science-Fiction Geschichte hergibt. Einfach nur ein Marketing Gag, um neue Leser zu gewinnen? Keine Ahnung. Wer wirklich eine Schilderungen der Pilderwanderung haben will, der sollte lieber das Buch von Kerkeling zur Hand nehmen: da steckt ungleich mehr menschliche Erfahrung drin – das Buch von Mclaine reicht leider nur zum permanenten Kopfschuetteln.