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Thu, 22. November 2012 – 09:49

Auch wenn eigentlich fast jede der Unternehmungen fuer sich genommen einen eigenen Kommentar wert waere, so ist hier zumindest schon einmal eine Kurzzusammenfassung angebracht (schliesslich befinde ich mich derzeit ja wieder einmal ziemlich im Verzug was das Berichten betrifft).

Auch wenn dies nicht unbedingt im Vorfeld so geplant war, so sind am vorletzten Wochenende doch einige Unternehmungen zusammengekommen, welche fast allesamt unter dem Oberbegriff “Kultur” einzuordnen waeren:

  • Nachdem der erste Versuch gescheitert war, im Koelner Metropolis Kino den aktuellen James Bond Skyfall anzuschauen, so standen die Chancen in der zweiten Woche nach dem Anlaufen deutlich besser. Im Anschluss an Hotel Transilvania hatten wir zwar spontan probiert noch einen verlaengerten Kinoabend anzugehen, aber in der ersten Spielwoche waren die Vorstellungen mitunter schon Tage im Voraus ausverkauft. Am Freitag Nachmittag hingegen stellte sich die Lage als deutlich entspannter heraus: auf der einen Seite war wohl der erste grosse Run auf die Vorstellungen vorbei, zum anderen hatten wir uns bewusst eine etwas fruehere Vorstellung ausgesucht, wodurch wir nicht in den abendlichen Pulk geraten sind – als Resultat daraus war die ganze Aktion recht entspannt. Um es dabei zu lassen, fiel dann auch am Ende von “Skyfall” die Entscheidung nicht auch noch “Robot and Frank” zu schauen’ reinvom Timing her haette dies natuerlich geklappt, aber es erschien einfach sinnvoller erst einmal das aktuellste 007 Abenteuer sacken zu lassen. Stattdessen haben wir uns ausserhalb des Kinos auf die Suche nach einer Kleinigkeit zu Essen gemacht (eben nichts besonderes, aber doch ausreichend um das Knurren im Magen zum Schweigen zu bringen). Die Suche war in vergleichsweise kurzer Zeit zuende, als wir die Nudel Mafia entdeckten: vom ganzen Flair her sah dies recht ansprechend aus, so dass wir neugierig auf die beiden Koelner Nachwuchs-Mafiosi wurden. Was die Nudel selber betrifft konnte die Einrichtung leider nicht so 100%ig ueberzeugen – leider ein wenig zu dick vom Teig her, so dass die restlichen Zutaten nicht so zur Entfaltung kommen konnten – aber zum Ausprobieren wuerde ich dennoch raten.

  • Schon seit Ewigkeiten in der Planung war ein Abstecher in die Ausstellung “Pixar – 25 Years of Animation”, welche bereits seit dem Sommer in der Kunst- und Ausstellungshalle zu besichtigen ist. Aus den unterschiedlichsten Gruenden ist dies immer wieder nach hinten verschoben worden – ganz zu Beginn war es wenig sinnvoll, weil da wohl einfach zu viel los war, in den Ferien schien auch keine sonderlich gute Idee, etc. Auch wenn es bis Januar noch eine Weile hin waere, so muss es ja nicht unbedingt bis zum letzten Augenblick hinausgeschoben werden. Was die Ausstellung betrifft, gibt es grundsaetzlich wohl einige Anmerkungen zu machen – hier aber wenigstens eine Auswahl der wichtigsten Punkte, welche mir aufgefallen sind:
    • Wer erwartet ohne Ende Filmmaterial zu sehen zu bekommen, wird enttaeuscht nach Hause gehen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem kuenstlerischen Schaffensprozess welcher hinter den Kulissen bei der Vorbereitung fuer einen Film ablaeuft. Dazu zaehlen Unmengen an Entwurfsskizzen und Gemaelden, welche nicht nur direkt die Dinge zeigen, welche spaeter im Film auftauchen, sondern viele Arbeiten dienen dazu die Atmosphaere und die Welt (in welche die Handlung eingebettet ist) zur Verfuegung zu stellen. Faszinierend dabei ist die Bandbreite der verwendeten Techniken (Bleistift, Kohle, Filzstift, Aquarel, Tusche, Collage, etc.) welche unter dem Hause der Pixar Studios gepflegt werden; auch wenn natuerlich immer wieder der Aspekt der Computer-Animation stark im Vordergrund steht, so ist dies fuer einen Film in der Gesamtbetrachtung nur ein Teil. So beschaeftigt Pixar ein wahres Heer an Kuenstlers jeglicher Ausbildung und Spezialisierung, denn nichts von dem was nachher auf der Leinwand zu sehen landet dort von alleine – alles muss erdacht, entworfen und animiert werden. In diesem Prozess gibt die Ausstellung in der Tat einen recht netten Einblick.
    • Mein wesentlicher Kritikpunkt waere allerdings, dass die Anordnung der Exponate – deren logische Aneinanderreihung – leider nicht gut gelungen ist. Viel zu oft wird zwischen den Filmen hin und hergesprungen, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafuer gibt. Ich will keinesfalls behaupten, dass es eine einzige Art und Weise gibt, in welcher sich der Gang durch die Ausstellungsstuecke organisieren laesst, aber ich habe doch sehr ueberhaupt einen roten Faden vermisst. Dazu zaehlte unter anderem auch mal wirklich anhand ausgewaehlter Szenen den Schaffensprozess von ersten Entwurf bis zum fertigen Filmbild zu erlaeutern – so sind es einfach Berge von Bildern und Skulpturen, bei welchen der Betrachter selber versuchen muss Verknuepfungen herzustellen.
  • Da der Abstecher in die Ausstellung ja (trotz einer gewissen Verspaetung gegenueber der urspruenglichen Planung) ja zu einer recht fruehen Zeit vorbei war (unter anderem natuerlich auch ein wenig begrenzt durch die Oeffnungszeiten des Museums), bot sich an nicht einfach nur nach Hause zu fahren, sondern noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Auf der Suche nach etwas Suessem zu essen, haben wir die Bonner Confiserie zwischen Friedensplatz und Stadthaus angetestet. Von der Atmosphaere her eigentlich recht nett: erinnert mich leicht an ein etwas feineres Kaffeehaus (wenn auch nicht so gross), was durch die recht guten Kuchen durchaus bestaetigt wird. Einen kleinen Daempfer gab es allerdings kurz vor dem Abschied, als ich feststellen musste, dass das ansonsten auf fein gemachte Aeussere dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird, dass ein Teil der Einrichtungsgegenstaende einfach nur in Kartons gelagert werden, welche offen in den gleichen Regalen stehen, in welchen auch ein Teil der eher auf edel aufgemachten Ware ausgestellt ist – ein wenig mehr Blick fuer Details waere hier gut gewesen.
  • Da mit der Confiserie der Bedarf an Suessigkeiten abgedeckt war, fehlte jetzt noch der Ausgleich. Vom Grundsatz her standen alle Zeichen auf Sushi… allerdings stellte es sich als ein wenig komplizierter heraus eine Wahl zu treffen. Auch wenn direkt nebenan eine neue Sushi Bar aufgemacht hatte, war die Entscheidung nicht automatisch gefallen; nach einiger Diskussion liess sich aber doch noch eine Entscheidung erreichen, so dass wir einfach nur durch die direkt von befindliche Tuer marschiert sind. Einen Tisch finden stellte sich als trickreich heraus: da es sich ja um eine spontane Entscheidung “on-the-spot” gehandelt hatte, gab es natuerlich keinerlei Vorbereitung… und viel wichtiger: eine Reservierung. Sich unter solchen Umstaenden gerade an einem Samstag Abend in ein Restaurant zu wagen ist durchaus ein Experiment. Gluecklicherweise liess sich aber doch noch ein Tisch finden, welcher erst fuer in zwei Stunden reserviert war – ausreichend Zeit also um in Ruhe eine Kleinigkeit zu essen. Wie schon am Vortag mussten wir allerdings wieder feststellen: auch wenn die ganze Atmosphaere recht nett ist, so muss dies nicht automatisch dazu fuehren, dass auch das Essen gut ist. Da mit wir uns hier nicht falsch verstehen: das Sushi war nicht schlecht, aber im Vergleich mit dem, was wir schon eher zu uns genommen haben, eher zweite Wahl. Allerdings konnten wir noch ein paar Angebote und Gerichte auf der Karte erkennen, welche es nahe legen noch einmal wiederzukommen und den Eindurck besser abzurunden.

  • Bliebe also noch der Sonntag… Ueber eine Teilnehmerin bei einem der Sportkurse, welche im Orchester an der Bonner Oper mitspielt, sind wir an Mitarbeiterkarten fuer eine Auffuehrung von “Die Hochzeit des Figaro” gekommen. Ich weiss garnicht mehr, wann es eigentlich das letzte Mal war, dass ich in der Oper war, aber angesichts dieser Gelegenheit bot es sich doch an den Abend mit Herrn Mozart zu verbringen. Nur schade, dass das Bonner Opernhaus erkenbar aelteren Baudatums ist und dementsprechend eng wirkt; sowohl fuer Publikum als auch Musik bleibt da leider nicht so sonderlich viel Raum zum Atmen. Was die Inszenierung betrifft so kann man natuerlich trefflich darueber streiten: waehrend die Musik und die gesanglichen Darbietungen wirklich gut waeren, hatte ich die Darstellung auf der Beuhne aller Wahrscheinlichkeit nicht benoetigt: teilweise fand ich es irritierend, in anderen Situationen schlicht unpassend. Gut, das kann einem natuerlich bei einer etwas moderneren Inszenierung passieren (weshalb ich dies ach nicht als allzu negativ hervorheben wuerde), aber es schmaelert mitunter schon das Vermoegen sich in die Geschichte zu vertiefen. Persoenlich haette ich also wahrscheinlich mehr davon gehabt mir eine gute Aufnahme anzuhoeren, so dass ich mich voll auf Musik und Gesang haette konzentrieren koennen. Um den Tag – und ein Stueck weit auch das Wochenende – abschliessen zu koennen, haben wir einen Teil des Abends noch dazu genutzt, ein der wenigen verbliebenen Luecken in Sachen Pixar Filme zu fuellen. Nachdem ich ja mittlerweile einiges ueber die Produktion von A Bug’s Life (1998) gelesen habe, war es doch mal an der Zeit sich den fertigen Film abzuschauen. Auch wenn sich seit dem vieles in Bereich der Computergraphik weiterentwickelt hat (so wuerde man wohl deutlich detailiertere Modelle fuer die Ameisen verwenden), so besteht die Geschichte selber ohne Probleme; haette ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es so spannend werden wuerde – ich glaube die Rede von einer “World in miniature, narrated in epic proportions” macht durchaus Sinn. Was mich dann allerdings auch mal noch (als Vergleich) interessieren wuerde, waere der im gleichen Jahr von Dreamworks Animation SKG veroeffentlichte Film Antz, um welchen es aufgrund der starken Aehnlichkeiten eine Kontroverse gab.

Sicherlich ist nicht jedes Wochenende in gleicher Weise mit Unternehmungen vollgepackt, aber so konzentriert ergibt sich einfach noch einmal ein ganz anderer Eindruck. Fuer vergleichbare Aktionen wird sicherlich ein wenig Vorbereitung noetig werden, aber ich freue mich definitiv auf ein weiteres “Kulturwochenende”.