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Tue, 05. March 2013 – 11:20

Auch wenn ich die Diskussion nicht in der Tiefe mitverfolgt habe, wie es vielleicht sinnvoll waere, so bekomme ich durchaus mit, dass das jetzt vom Deutschen Bundestag verabschiedete Leistungsschutzrecht einiges an Wellen schlaegt. Kurz nach dem Beschluss hagelt es – und dies duerfte nicht wirklich verwunderlich sein – Kommentare (und vor allen Dingen Kritik) aus so ziemlichen allen Ecken der schreibenden und publizierenden Zunft. In vergleichbar konkreter und deutlicher Weise bezieht hier der Heise Zeitschriften Verlag Stellung:

Grundsätzlich halten wir, unabhängig von allen ökonomischen, betriebswirtschaftlichen oder sonstigen Überlegungen, eines für elementar: Die Freiheit der Berichterstattung, der Verlinkung und des Zitierens, wer immer sie auch in Anspruch nimmt, darf keinesfalls gefährdet werden. Oder, um es allgemeiner zu formulieren: Wir akzeptieren keine Einschränkungen der Freiheiten und Möglichkeiten des Internet.

Und weiterhin heisst es in der Mitteilung:

Daher legen wir Wert darauf, unseren Nutzern noch einmal klar öffentlich zu erklären, dass Links auf und kurze Textausschnitte/Snippets aus unseren Publikationen weiter höchst willkommen sind und dass dies weiterhin keiner Erlaubnis des Verlages bedarf oder gar Geld kostet. Selbstverständlich werden wir auch niemanden deswegen abmahnen oder auf eine andere Weise dagegen juristisch vorgehen. Als Richtlinie hier gilt: Erlaubt ist zum Beispiel die Übernahme der Artikelüberschrift nebst Anrisstext oder eine vergleichbare Textlänge.

Rein von der praktischen Seite her ist dies ja schon einmal gut zu wissen: als regelmaessiger Heise-Leser kommen mir natuerlich immer wieder Beitraege unter die Augen, welche es mir wert erscheinen weitergeleitet und auch an dieser Stelle erwaehnt zu werden – dabei auszugsweise zitieren zu koennen finde ich schon wichtig, weil dies einfach noch einmal einen ganz anderen Eindruck davon vermittelt, worum es eigentlich geht. Aus dem mehr grundsaetzlichen Blickwinkel betrachtet scheint es aber auch, als habe der Verlag deutlich besser als so manche anderen Akteure verstanden, dass die auszugsweise Weiterverwendung von Artikeln und Meldungen auch in nicht unerheblichem Masse dazu fuehrt Besucher auf die Praesenz des Urhebers zu leiten. Geht man da zu restriktiv ran, dann geht ein Teil der Verbreitung verloren, welche typischerweise weit ueber das hinausgeht, was ein Verlag oder Publizist von alleine abdecken wuerde. Finde ich gut, dass man diesbezueglich im Hause eher nach den Chancen schaut, als sich ausschliesslich an Geschaeftideen festzuklammern, welche so in der Art ueberdacht werden muessen.