{title:}

Sat, 06. April 2013 – 22:14

Es ist ja mittlerweile schon einge Male vorgekommen, dass ich bei den HDR Bildern mehrfach hinschauen musste, um all die Details zu erkennen, welche dort mit einem Male zu Tage treten, mit ansonsten aber wahrscheinlich verborgen geblieben waere: vor allen Dingen Strukturdetails sind etwas, das erst dann zu Tage tritt, wenn man die volle zur Verfuegung stehende optische Information kombiniert. Ich hatte dies seinerzeit ja mal bei dem Bild des ‘SROND erwaehnt, welches am Abend entstanden war: die Reflektionen des Fussboden Musters auf der Seitenwand des Tresen war etwas, das mir bis dahin nicht aufgefunden war und sich auch auf den Einzelbildern nicht erkennen liess. In vergleichbarer Weise ist es mir bei einer Aufnahme ergangen, welche ich am Montag Abend gemacht habe…

Kirchturm

Die Hintergrundgeschichte – zumindest in groben Zuegen – ist wie folgt: nach einer ausgiebigen Wanderung am Nachmittag, war das Abendlicht einfach zu verlockend, so dass ich noch ein zweites Mal aufgebrochen bin, diesmal ein wenig mehr in der Naehe der Wohnung. Im Anschluss an die Exkursion entlang des Kanals, habe ich mich ein wenig mehr Richtung Wohnviertel gehalten, um so in einem grossen Bogen den Weg zurueck zu finden – als ein Resultat daraus verlief der letzte laengere Abschnitt meines Rundganges entlang der Goylaan… direkt der untergehenden Sonne entgegen. Auch wenn ich staendig nach einem interessanten Motiv Ausschau gehalten habe, wollte mir doch so schnell nichts ins Auge fallen – bis zu dem Moment, wo ich in Sichtweite des Kreisels mit der Auffahrt zur Autobahn war. Auch wenn dies als Motiv jetzt nicht so sonderlich spannend gewirkt haette, so fand ich den Effekt des von hinten durch die Laermschutzwand strahlenden Sonnenlichtes schon ziemlich vielversprechend; dummerweise waren aber keine anderen Bauten zu finden, wo man eine vergleichbare Anordnung haette nutzen koennen. Als Alternative kam mir dann der Gedanke, dass es doch auch recht interessant aussehen koennte, sich eine markante Silhouette vor dem Hintergrund des feuerroten Abendhimmels zu schnappen. In diese Kategorie passte dann der Turm der nahe der Auffahrt stehenden Kirche: das Kreuz an der Spitze war gerade hoch genug um ueber die Laermschutzwand hinaus in den Abendhimmel hineinzuragen. Also schnell das Stativ aufgebaut und das Exposure-Bracketing von 7 auf 9 Aufnahmen umgestellt (kann ja nicht schaden noch einmal einen zusaetzlichen Stop nach oben und unten zur Verfuegung zu haben); von meiner Position aus hob sich der dunkle Umriss des Kirchturms klar gegen den wolkenbedenkten Himmel ab.

Als die Aufnahmen auf dem Rechner landeten und ich das erste HDR gerechnet hatte, war ich doch ein wenig verbluefft: waehrend ich mir ziemlich sicher war vor Ort keinerlei Struktur auf dem Turm erkennen zu koennen, tauchten auf dem resultierenden Bild mit einem Male Schriftzuege auf. Diese sind zwar bei Tage recht gut zu erkennen, aber bei Gegenlicht verschwanden sie komplett im Schatten. Durchaus faszinierend, dass sich via HDR Details herausarbeiten lassen, welche anders komplett verborgen geblieben waeren.