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Thu, 02. May 2013 – 13:14

Wer sich vielleicht noch ein wenig zurueck erinnern kann, duerfte dem Beitrag im Dezember mitbekommen haben, in welchem ich den Petitionsaufrauf zur Hilfe fuer Honigbienen vorgestellt hatte. Hintergrund der Aktion waren Beratungen der European Food Safety Authority (EFSA) ueber Studien zur Auswirkung von Neonicotinoiden auf Bienenvoelker, welche den SChluss nahe legen, dass bestimmte Pestizide zu einem kompletten Zusammenruch von Kolonien fuehren koennen. Anliegen diverser in diesem Zusammenhang gestarteten Petitionen war es, sich fuer ein Verbot bestimmter Pestizide durch die Europaeische Kommission stark zu machen. Wie ich letzte Woche bereits ueber einen Bericht in der BBC mitbekommen hatte, scheint es da mittlerweile Neuigkeiten zu vermelden geben: nachdem es in der Tagesschau vom 29. April ebenfalls einen kurzen Beitrag zu diesem Thema gab, habe ich noch einmal online nachgeschaut und bin in der Tat fuendig geworden.

Die Europäische Union will Bienen besser schützen. Dafür beschlossen die Mitgliedsstaaten mehrheitlich ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel. 15 der 27 EU-Staaten stimmten für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission. Auch Deutschland habe dafür votiert, sagte ein EU-Diplomat am Rande der Konferenz.

Was man an dieser Stelle der Vollstaendigkeit allerdings hinzufuegen sollte ist, dass es sich vorerst noch nicht um ein endgueltiges Verbot handelt, sondern zunaechst einmal fuer eine zwei Jahre dauernde Sperre:

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg hatte vorgeschlagen, die drei Pestizide aus der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps sowie Baumwolle für vorerst zwei Jahre zu verbieten. Die drei Pestizide, zu deren Herstellern auch das deutsche Unternehmen Bayer gehört, stehen im Verdacht, Bienensterben zu verursachen. Zu den Produzenten gehören die Chemiekonzerne Bayer und Syngenta. Bayer hatte das Verbot, über das die Mitgliedstaaten schon länger stritten, als unverhältnismäßig kritisiert.

Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der EU-Kommission. Diese befürwortet ein Verbot.

Dass ein Unternehmen wie Bayer die Zwischenzeit sicherlich nutzen wird, um durch entsprechende Lobbyarbeit eine Entscheidung zu eigenen Gunsten zu bewirken, duerfte wohl nicht zu abwegig sein – die Frage waere aber, in wie weit die Fuersprecher eines dauerhaften Verbotes den langen Atem besitzen, um da am Ball zu bleiben…