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Thu, 16. May 2013 – 14:34

Eine entsprechende Meldung hatte ich schon ein wenig eher auf anderem Wege aufgeschnappt:

Der Oberste Gerichtshof der USA hat einem Farmer untersagt, gentechnisch verändertes Saatgut des Konzerns Monsanto nachzuzüchten, statt es für jede Aussaat neu zu kaufen. Das Gericht stärkt damit den Patentschutz auf Saatgut - und die Marktmacht des Agrarriesen, der bereits Hunderte Prozesse gegen Farmer gewonnen hat.

Am Dienstag Morgen dann gab es auch einen Artikel auf Tagesschau.de; unter der Ueberschrift US-Gericht gibt Agrarkonzern recht ist dort zu lesen:

Es war ein Rechtsstreit zwischen David und Goliath, der bis in die höchste Instanz ging - und wegen seiner weitreichenden Auswirkungen von der gesamten Gentechnik- und Forschungsbranche mit Spannung verfolgt wurde. Am Ende entschied der Supreme Court in Washington für den Agrarriesen Monsanto.

Was da schon seit einer Weile passiert ist schon recht bedenklich, vor allen Dingen wenn man sich vor Augen haelt, wie sehr mittlerweile der Markt an Saatgut von Konzernen wie Monsanto dominiert wird:

Denn mittlerweile stammen 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA aus gentechnisch veränderter Monsanto-Saat. “Wäre Bowman eine Ausnahme bewilligt worden, dann hätten Patente auf Saatgut nur noch wenig Wert”, urteilten Amerikas oberste Richter. Ohne strengen Patentschutz könne Monsanto kaum Geld einnehmen, weil dann andere Firmen das Produkt nachahmen.

Wenn man da ganz naiv herangeht, koennte man natuerlich sagen, dass es doch auch an den Landwirten selber ist, in wie weit sie sich an Konzerne binden; ich wuerde aber mal erwarten, dass die Antwort (und dementsprechend die Loesung) eben nicht ganz so einfach ist. Der Trend ist aber schon erkennbar und gibt durchaus Anlass zur Sorge, da kann man auch nicht mit Aussagen ueber ein “Signal an Erfinder” daherkommen:

Monsanto begrüßte das Urteil als Signal an Erfinder, dass sie “weiter in Innovation und Forschung investieren können, um die Menschheit zu ernähren, Leben zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen”.

Ich kann mir nicht helfen, aber in meinen Ohren klingt dies eher zynisch. Die Patente, welche hier durch das Urteil geschuetzt werden, sind nicht unbedingt etwas, das Bastler in der heimischen Garage austuefteln werden (halte ich zumindest fuer sehr unwahrscheinlich), sondern wir sprechend hier doch eher ueber Forschungsarbeiten, welche in den Labors grosser Konzerne stattfinden (ausgestattet mit den notwendigen Resourcen). In wie weit es darueber hinaus fuer die Innovation foerderlich ist, wenn so ziemlich alles an relevanten Patenten in den Haenden eines Konzernes liegt, will mir auch nicht so ganz einleuchten.