{title:}

Mon, 01. July 2013 – 07:49

Wie ja bereits kurz angedeutet, stand am Samstag Abend ein Besuch im Springmaus Theater auf dem Programm. Nach der laengeren Abwesenheit aus Bonn – dem vorhergehenden Wochenende in Utrecht geschuldet – war der Plan, dass wir uns ein eben besonders schoenes Wochenende machen. Dazu gehoerte auch das Vorhaben ein paar Dinge zu unternehmen. Neben dem Kinobesuch am Freitag Abend (Star Treck Into Darkness) und der Yoga-Stunde am Samstag Nachmittag, welche in der einen oder anderen Weise schon ein wenig laenger auf der Liste standen, hatte ich im Laufe der Woche noch ein Veranstaltung gefunden, welche einen abendlichen Abstecher nach Endenich nahelegte. Bei meiner Suche nach potentiellen Unternehmungen war mein Blick auf einen Programmpunkt im Springmaus Theater gefallen:

Die Mobilés gewannen Ende letzten Jahres mit ihrer Schattenshow Moving Shadows (die wir Ihnen nächstes Jahr präsentieren werden!) das französische Supertalent! Bis dahin zeigen wir Ihnen noch einmal ihr preisgekröntes Programm “BeWeGung”, in dem die Mobilés die Entwicklung der menschliche Bewegung vom Urknall bis zur Moderne in all ihren Facetten beleuchten. Poesievolle Skulpturen wechseln mit Lachmuskeln strapazierendem Slapstick, schweißtreibende Akrobatik und fetzige Tanzszenen mit Schauspiel und Pantomime. Die international verständlichen Körpersprache und die Leichtigkeit ihrer poesievollen und artistischen Erzählkunst begeistert das Publikum bis nach Japan.

Das klang beim ersten Ueberfliegen schon ein recht interessant, so dass ich mir die Beschreibung weiter durchgelesen habe:

Fünf Ganzkörpersprecher liefern zu einer feinsinnigen Musikauswahl die Kunst der nonverbalen Kommunikation.

Was den Menschen vom Affen unterscheidet, den langen Weg bis zum aufrechten Gang – erfährt man von diesen fünf wirklich exzellenten Körper-Komikern. Spritzig und rasant geht es durch die Jahrmillionen. Selbst technische Errungenschaften vom Fahrrad bis zum Flugzeug werden dargestellt und vermittelten ein eindrucksvolles Bild der Evolution. Szenen aus dem Alltag geraten – untermalt von einer feinsinnigen Musikauswahl – zu grandios griffigen Bildern.

“BeWeGung” ist durch und durch rasant, überraschend, humorvoll und bewegend. Action bis zum letzten Zucken. Verpassen Sie es nicht! Setzen Sie sich in Bewegung, gehen Sie ins Theater und gönnen sie sich jede Menge einzigartigen und hochwertigen Spaß.

Da spaetestens jetzt alle Signale unuebersehbar am Blinken waren, habe ich mal noch schnell eine kleine Suche nach der Truppe angestellt, um mich auch visuell einen Eindruck von dem zu verschaffen, was da umschrieben wurde. Auf YouTube (typischerweise die erste Anlaufstelle, wenn es um derartige Dinge geht) bin ich dann fuendig geworden: auch wenn der dort prominent angebrachte Clip um das oben erwaehnte Finale bei La France a un incroyable talent, um damit aus dem neuen Programm Moving Shadows, entnommen ist, so war aber vollkommen klar, dass diese Truppe sehenswert sein wuerde. Also schnell alle Heben in Bewegung gesetzt, um zwei Karten fuer den Samstag Abend zu sichern (auch wenn dies bedeutete, dass andere Planungen aufgrund dessen umgelegt werden mussten). Die Bestellung ueber den Online Ticket-Shop startete zwar mit ein paar Anlaufschwierigkeiten, aber nachdem ich mich noch einmal durch die diversen Punkte geklickt hatte, war dieser Teil der Vorbereitung fuer das Wochenende abgeschlossen.

Ticket Springmaus

Einer wirklich netten Dinge am Springmaus Theater ist, dass es sich recht gut mit oeffentlichen Verkehrsmitteln erreichen laesst: von uns aus laesst sich jede der drei Buslinien in Richtung Hauptbahnhof (608, 609, 843) verwenden – seit dem Anlegen der Haltestelle Auf dem Huegel sind es wirklich nur ein paar Meter bis ueber die Schwelle des Theaters. Ueber gerade diese Stelle war ich zuvor allerdings bisher noch nie geschritten: aus irgendwelchen unerfindlichen Gruenden bin ich trotz meiner Studienzeit in Bonn, nie in der Springmaus gewesen… auch wenn ich in dem Rex-Kino auf der Strassenseite gegenueber mit ziemlicher Regelmaessigkeit ein und aus gegangen bin.

Da es keine festen Sitzplaetze gibt, sind wir bereits um 19:00 Uhr vorstellig geworden. Wie wir zwar feststellen konnten haetten wir vielleicht ein wenig mehr Zeit gehabt – weil ein nicht unwesentlicher Anteil der Besucher aus aelteren Herrschaften bestand, welche sofort die hinteren Reihen in Beschlag nahmen – aber andererseits war uns so ein wirklich gut Platz vorne recht neben der Buehne sicher (was sich dann als wirklich gut herausstellte, weil man nachher noch einmal einiges mehr an Details erkennen konnte). So im Nachhinein muss ich sagen, dass die zweite halbe Stunde Warten deutlich schneller vorbei ging als die ersten 20 Minuten; da wir es ja noch geschafft hatten vor dem Aufbruch ein wenig zu Essen, mussten wir nicht mit knurrendem Magen auf unseren Stuehlen hocken, sondern kontten uns recht entspannt noch ein wenig unterhalten… bis dann schliesslich der Vorhang um die Eingangstuere zugezogen wurde und das Licht ausging.

Die Vorstellung zu beschreiben ist keine triviale Aufgabe. Der obigen Auszug aus dem Springmaus Programm ist sicherlich zutreffend, dennoch aber keineswegs in der Lage die Eindruecke und Wirkungen in ausreichender Weise wiederzugeben. Der Grundgedanke der Show war es, alle nur erdenklichen Formen von Bewegung ueber den Zeitraum der menschlichen Entwicklungsgeschichte hinweg zu analysieren und (immer wieder mit einem Augenzwinkern) darzustellen; bis auf eine schwarze Wand im Hintergrund und ein paar Stuehle gab es dabei keine weiteren technischen Hilfsmittel – alles wurde komplett mit Koerpersprache zum Leben erweckt. Egal ob Menschen in einem Fahrstuhl oder in einem Flugzeug – die (kombinerten) Bewegungen der Darsteller machten umgehend klar, womit man es in diesem Moment auf der Buehne zu tun hatte. So als Einzeleinlagen z.B. im Gedaechtnis geblieben war die Collage an Tanzstilen, angefangen von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart (auch wenn wir beide das Gefuehl nicht loswurden, dass ein oder zwei recht markante Epochen ausgelassen wurden). Aber nicht nur bei solchen Szenen spielte die Musik eine mitentscheidende Rolle: immer wieder war die Tonauswahl so gemacht, dass die Farstellungen auf der Buehne akustisch eingerahmt und in einen entsprechenden Kontext gesetzt wurden.

Nach der Vorstellung waren wir uns beide eigentlich zimelich klar, dass diese Truppe auf jeden Fall unter Beobachtung bleibt; bis das neue Programm in der Naehe zu sein wird, duerfte es wohl noch eine Weile dauern, aber da ich ja weiss wonach ich Ausschau halten muss, duerfte es diesmal ein wenig einfacher werden. Wer uebrigends die Gelegenheit nutzen will Die Mobilés noch einmal mit ihrem “BeWeGung” Programm auf der Buehne zu erleben kann dies auf jeden Fall im August im Springmaus Theater machen – empfehlen kann ich dies in jedem Fall.