{title:}

Sun, 15. September 2013 – 22:49

Nach dem recht ausgibigen Fussmarsch am gestrigen Tag, war es eigentlich der Plan gewesen, dass wir es heute wieder ein wenig ruhiger angehen lassen – streng genommen haben wir dies sogar auch gemacht, nur der Abschluss war dann doch wieder ein etwas intensiveres Wandererlebnis, als wir uns dies eigentlich vorgestellt hatten…

Ueber die letzten Tage verteilt hatten wir immer wieder – ueber die eine oder andere Art – aufgeschnappt, dass auf der Naggler Alm an diesem Sonntag ein Almfest stattfinden wuerde. Nicht nur waren ueberall im Ort entsprechende Plakate zu finden, sondern auch unsere Gastgeber hatten uns bei verschiedenen Gelegenheiten auf dieses “Grossereignis” aufmerksam gemacht. Also haben wir uns ueberlegt, dass es ja mal nicht so schlecht sein koennte, uns diese Verantstaltung anzuschauen… und bei dieser Gelegenheit vielleicht noch einmal auf die Verkaeuferin mit dem Keramikstand zu treffen, bei welcher wir unsere beiden neuen Becher erstanden hatten. Rein vom organisatorichen her klingt dies natuerlich ein wenig leicher, als dies in Wirklichkeit ist, den selbst ausgehend von den 930 Hoehenmetern aus Seeniveau ist es schon noch ein Anstieg bis hinauf auf 1324 Meter. Einer der Moeglichkeiten, welche Georg uns auch vorgeschlagen hatte, waere es den Sessellift von Techendorf aus zunehmen; auf dieser Weise lassen sich gut 350m Hoehenmeter recht entspannt absolvieren, so dass es bis zur Alm nur noch ein recht kleiner Abstecher ist. Vor die Wahl gestellt haben wir uns allerdings lieber fuer den Fussweg entschieden, wovon es auch noch einmal zwei Wahlmoeglichkeiten gab: einmal ueber den Waldweg am Hand hinauf (in diversen Schleifen, aber mit moderater Steigung), oder aber ueber die Wiesen unterhalb des Sessellifts (was auf den Wegweisern explizit als “steil” ausgewiesen war). Da wir es ja ein wenig ruhiger angehen wollten, haben wir uns also fuer die erste Variante entschieden, so dass wir zwischendurch wenigstens auch noch einmal einen Blick hinunter auf den See ergattern konnten.

Blick auf den Weissensee

Oben bei der Alm angekommen, wurden wir direkt mit zuenftiger Musik empfangen. Die Herrschaften verteilten sich im Wesentlichen auf die Sitzgelegenheiten rund um das Almgebaeude. Von der Stimmung her hatte dies mit Sicherheit etwas Typisches an sich, aber wir beide waren uns recht schnell einig, dass dies nicht unbedingt nach unserem Geschmack sei. Da haben wir uns lieber recht schnell bei den wenigen Verkaufsstaenden umgeschaut (die Dame mit der Keramik war leider nicht zu finden), um anschliessend noch ein paar Meter hoeher zu einem Aussichspunkt zu kraxeln. Dort haben wir dann ein wenig Pause gemacht und versucht unsere durchgeschwitzten Klamotten so gut es ging in der Sonne trocknen zu lassen.

Naggler Alm

Nach der wohlverdienten Ruhepause, habe wir uns dann an den Abstieg begeben; das Ziel war ja recht klar, nur ueber die genaue Route bestand ein wenig Unsicherheit. Zur Auswahl hatten wir: auf dem gleichen Weg zurueck wie wir bereits gekommen waren (langweilig), mit dem Sessellift (lieber laufen), oder aber ueber den Mittagsnock zurueck ins Tal. Angesichts dieser Moeglichkeiten haben wir uns fuer die letzte Variante entschieden, zumal dies versprach ein wenig sanfter zurueck in Richtung Tal zu fuehren… dachten wir.

Naggler Alm

Was bei dem Abstieg ins Wirklichkeit passierte war, dass es nach einer Weile auf dem Grat ordentlich bergan ging. Gut, da der Weg ja ueber den Mittagsnock fuehren sollte war dies vielleicht noch zu erwarten. Dass wir aber gleich um zwei groessere Schluchten herumnavigieren mussten (Mittagsgraben und Doebergraben) war uns nicht so ganz bewusst; da Richtung aber nach wie vor so grob stimmte haben wir uns nicht entmutigen lassen und sind fleissig weiter marschiert. Wo es dann aber so richtig interessant wurde war, als wir dann endlich wieder an einen Wegweiser kamen, welcher bergab in Richtung Techendorf zeigte: kaum hatten wir den Waldweg verlassen, fanden wir uns auf einem kleinen Trampelpfad wieder, welcher in den wildestens Schlangenlinien am Hag entlang runter ins Tal ging. Dies stellte sich zwar als wunderbar abwechslungsreich heraus… bedeutet aber ebenfalls gleich reihenweise Streckenabschnitte, auf welchen der Pfad zu einem 30 Zentimeter breiten Streifen entlang steiler Abschuesse zusammenschrumfte. Waehrend Julia was die Hoehe betrifft nicht so die Probleme hat, musste ich mich doch das eine oder andere Mal echt zusammenreissen. Da wir schliesslich auch durch die Markierung der Pfade durchgestiegen sind – diese waren ueber oesterreichische Flaggen aufgezeichnet – war es nicht mehr so schwer die entsprechenen Strecken ausfindig zu machen. Auch wenn wir immer wieder einmal den normalen Waldweg gekreuzt habe, sind wir doch so schnell wie moeglich (wenn sich die Moglichkeit bot) wieder ins Unterholz verschwunden. Von der Umgebung und den Weggegebenheiten her war dies mit einigem Abstand die abwechslungsreichste – aber auch anspruchsvollste – Route, welche wir in dieser Woche gelaufen sind. Dass da fuer den Montag wirklich mehr Ruhe angesagt ist, duerfte sich da wohl nachvollziehen lassen.

GPS Track der Wanderung