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Thu, 17. October 2013 – 20:24

Dass ich nicht unbedingt ein sonderlich Freund von Oracle bin duerfte wohl kein Geheimnis bin; die Art und Weise, in welcher sich das Unternehmen vor allen Dingen Open Source betreffend verhaelt ist nun alles andere Sympathie erzeugend:

Vor allem durch die Übernahme von Sun Microsystems hatte Oracle etliche Open-Source-Techniken, darunter die freie Bürosoftware OpenOffice.org, die relationale Datenbank MySQL und die Programmiersprache Java, “übernommen”. Diese in den Einklang mit Oracles Firmenphilosophie zu bringen und umgekehrt, lief dabei nicht immer reibungslos.

Etliche, noch zu Sun-Zeiten als entscheidend geltende Manager und Entwickler kehrten Oracle den Rücken, im Fall von MySQL und OpenOffice.org wanderten gar ganze Communitys zu sich bildenden Konkurrenzprodukten ab. Die Entscheidung, OpenOffice an die Apache Software Foundation zu übergeben, kam angesichts der Tatsache, dass sich schon LibreOffice etabliert hatte, beispielsweise viel zu spät.

Auf diese und weitere Punkte machte heute ein Artikel auf Heise News aufmerksam, in welchen es um den aktuellen Vorstoss von Oracle geht was den potentiellen Einsatz von Open-Source-Software im militaerischen Bereich geht:

Ein von Oracle für das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten erstelltes Whitepaper sorgt für Wirbel in der IT-Medienlandschaft, da es einmal mehr zeigt, dass der IT-Konzern ein gespaltenes Verhältnis zu Open-Source-Software hat. Die Autoren des Dokuments “The Department of Defense (DoD) and Open Source Software” legen der Behörde nah, einen Bogen um die Entwicklung mit Open-Source-Software zu machen und lieber den Einsatz kommerzieller Produkte (eben von Oracle) in Erwägung zu ziehen.

Bei so offensichtlichen Eigeninteressen darf man da durchaus ein wenig skeptisch sein, was die Empfehlungen betrifft. Dass es sicherlich ein Spannungsfeld zwischen Open-Source-Software und kommerzieller Produkte gibt ist vollkommen klar – eine entsprechende Analyse und Bewertung vorzunehmen wuerde ich da allerdings lieber einer deutlich neutraleren Institution ueberlassen wollen.