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Tue, 03. December 2013 – 12:31

Das ist schon eine etwas traurige Nachricht, welche da aus dem Koelner Funkhaus des WDR kommt: Volker Pispers hoert auf… zumindest was seine Beitraege fuer Kabarett auf WDR 2 betrifft. Auch wenn die mit schoener Regelmaessigkeit (es sei denn mal der gute Mann war mit seiner Tour sehr beschaeftigt oder wollte auch einmal ein klein wenig Urlaub haben) am Dienstag gesendeten Beitraege nie so ganz an das herankommen konnten, was Pispers in seinen Programmen zum besten gibt (weil einfach die Zeit fehlt gewisse Dinge vorzubereiten oder in der bekannten Detailgenauigkeit auseinanderzunehmen), so habe ich mich doch immer wieder auf die naechste Folge gefreut. Damit ist nun aber Schluss:

Volker Pispers hört auf - nach 13 Jahren Kabarett auf WDR 2. Wir sagen dazu: schade. Aber Volker Pispers will vorerst einen Schlussstrich ziehen unter das Kapitel “Politisches Kabarett im Radio” - bis neulich.

Sollte da irgendwer den Verdacht hegen, dass der WDR da vielleicht seine Haende im Spiel gehabt haben koennte, so tritt Volker Pispers dem auch noch einmal auf seiner eigene Homepage entgegen:

Für alle die meine Dienstagsradioglosse auf WDR 2 vermissen:

Ich kann nur nochmals betonen, daß der WDR in keiner Weise dafür verantwortlich ist, daß ich die Glosse nicht mehr produziere.

Im Gegenteil: Der WDR hätte es gerne gesehen, wenn ich weiter gemacht hätte und die Redaktion hat mich immer aufs Beste betreut und unterstützt. Sonst hätte ich das Format schon viel früher aufgegeben.

Trotzdem haben bei mir nach über 13 Jahren und fast 500 Glossen Ermüdungserscheinungen eingesetzt und bevor es eines Tages heißt: “Der war auch schon mal besser”, höre ich lieber jetzt auf, wo viele sagen: “Wie schade”.

Ich werde sicher trotzdem hin und wieder im WDR zu hören sein.

Als kleinen Trost darf ich verraten, daß wir ein Buch mit Texten aus den 13 Jahren vorbereiten, das voraussichtlich im Frühjahr 2014 wie alle meine Produkte im con anima Verlag erscheinen wird.

Den (vorlaeufigen) Abschied vom Radio gab es letzte Wochen, in der Sendung vom 26. November:

Jetzt sagen se nich, et is schon wieder Dienstag. Fast 500 mal habe ich in den letzten 13 Jahren diesen Satz ins Mikrofon hineingesprochen und er ist bei Ihnen aus dem Radio wieder rausgekommen. In letzter Zeit nun beschleicht mich zunehmend das Gefühl, daß sich nicht nur dieser eine Satz ständig wiederholt, sondern auch die Themen die im Anschluß zu behandeln sind.

Wenn jetzt bei den Koalitionsverhandlungen über Gesundheitspolitik, Rente, Energiewende, doppelte Staatsbürgerschaft, Steuern, Schuldenkrise und Bildungspolitik gestritten wird, bin ich ständig in Versuchung alte Texte rauszukramen, weil ich immer seltener weiß, was ich denn zu all dem noch Neues sagen soll. In vielen Fällen müßte ich in den alten Texten nur ein paar Namen austauschen und alles wäre mal wieder topaktuell. Auch gibt es Personen in der Politik die einfach nicht verschwinden wollen und alle paar Wochen um ein paar verbale Ohrfeigen betteln.

Noch besser als dies nachzulesen ist es natuerlich, sich den Beitrag im Original-Ton anzuhoeren; da ist es doch gut, dass ich ueber die letzten Jahre fleissig die als Podcast zur Verfuegung gestellten Beitraege archiviert habe.