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Tue, 31. December 2013 – 23:00

Zum Ende des Jahres (und damit als letzter Eintrag fuer dieses Jahr), noch eine kleine Dienstleistung fuer all die jenigen, welche sich hier in Bonn auf der Suche nach einem wirklich guten tuerkischen Imbiss befinden. Wie sich herausgestellt hat, macht es durchaus einen Unterschied, ob man es auf einen Doener abgesehen hat, oder man eine vegetarische Ernaehrung vorzieht; wer etwas fleischloses zu essen haben will, muss ggf. ein wenig laenger suchen bzw. Abstriche in der geographischen Abdeckung machen, so dass es mitunter ein wenig laenger dauern kann, ee man sich den Essenswunsch erfuellen kann. Auch wenn die hier angefuehrte Auswahl keinesfalls den Anspruch darauf stellt komplett zu sein, so aendern auch das Hinzufuegen weiterer Orte nichts an dem Endresultat.

  • An letzter Stelle hier in Duisdorf wuerde ich wohl Marmara Pizzeria (Rochusstraße 90, 53123 Bonn) auffuehren muessen; als ich dort am Wochenende aufgetaucht bin, war das Restaurant nicht nur ziemlich leer was Besucher betrifft, sondern auch in Bezug auf die Liste moeglicher Bestellungen. Da ich primaer auf der Suche nach einer Falafel Dürüm war, habe ich gleich auf dem Absatz kehrt gemacht, nachdem man mir mitteilte, dass es keinerlei vegetarischen Gerichte (mehr) gaebe. Dies bedeutet zwar, dass ich mir ueber das Essen von dort kein Urteil erlauben kann – vor allen Dingen weil es dort kein Essen gab, welche ich haette mitnehmen wollen.
  • Das Döner Haus (Rochusstraße 246, 53123 Bonn) nahe am “oberen” Ende der Fussgaengerzone habe ich erst am heutigen Abend angesteuert, als meine erste Wahl (siehe weiter unten) sich als bereits geschlossen herausstellte. An dem Imbiss laufe ich zwar regelmaessig vorbei, aber irgendwie ist er mir nie sonderlich im Gedaechtnis haengen geblieben. Was den Service betrifft habe ich nichts auszusetzen, aber leider war das Essen nicht sonderlich bemerkenswert: die Falafel waren recht laff und auch die restlichen Zutaten schmeckten ein wenig farblos. Wuerde ich also nicht unbedingt wieder hinlaufen, es sei denn es gibt wirklich keine andere Alternative mehr.
  • Noch nicht so sonderlich lange scheint es die Pizzeria Avanti (Rochusstraße 170, 53123 Bonn) zu geben; schaut man auf Google Maps nach, dann wird dort immer noch eine Baeckerei angezeigt. Vorbeigerannt bin ich an dem Laden zwar schon zahlreiche Male – was unter anderem daran liegt, dass er sich an einer strategisch sehr vorteilhaften Stelle am unteren Ende der Fussgaengerzone befindet – aber soweit ich mich daran erinnern kann habe ich dort noch nie einen Schritt ueber die Schwelle getan. Dies galt es dann heute Mittag nachzuholen, als wir noch einen kleinen Spaziergang unternommen haben. Da es auch die Frage nach einem Falafel Dürüm eine positive Antwort gab, haben wir also gleich mal eine Kostprobe mitgenommen und angetestet. War ganz ok, auch wenn es kleine Abstriche bei Salat und Sosse geben musste. Kann man durch wieder ansteuern, auch wenn dies fuer mich (zumindest hier in Duisdorf) nur zweite Wahl waere.
  • Insgesamt am besten laesst sich (zumindest hier in Duisdorf) der Karadag Mehmet Imbiss (Im Burgacker 16, 53123 Bonn) empfehlen; der Imbiss liegt zwar nicht unbedingt leicht auffindbar, da auf der Rueckseite der Fussgaengerzone, aber produziert neben leckerem Fladenbrot auch recht passable Falafel Dürüm. Der kleine Haken an der Sache ist leider nur, dass es mitunter schwer ist auch abends noch etwas zu bekommen – mir ist es da schon mehr als einmal passiert, dass die Vorraete gegen acht oder neun Uhr aufgebraucht sind und auch nicht wieder aufgefrischt werden. Bei Fladenbroten kann man mitunter schon noch Glueck haben, dass sich irgendwie hinten in der Kueche noch zwei Brote finden lassen, aber in Sachen Falafeln habe ich jetzt am Wochenende eine klare Absage erhalten, so dass es nur noch die Moeglichkeit gab sich fuer Falafeln in Brotteig zu entscheiden – das ist aber leider eben nicht das gleiche, so dass dies hoechstens als Notloesung gelten kann.
  • Den bisher unangefochtenen Spitzenplatz nimmt schon seit einer Weile die Pizzeria Pinocchio (Kreuzstraße 2 53225 Bonn) in Bonn-Beuel ein. Wenn dieser Imbiss nicht so bloed von uns zuhause aus zu erreichen waere, koennte es gut passieren, dann wir dort sehr, sehr regelmaessig ein und aus gehen wuerden. Rein verkehrstechnisch ist auf der anderen Seite ganz praktisch, wenn wir vom Wellpoint oder dem Beueler Donna’s kommen – da ist es zum Pinocchio nur ein recht kleiner Schlenker. Dabei war es ein wenig ein Zufallsfund, dass wir auf diese Lokalitaet gestossen sind – wie dies aber mitunter der Fall ist, sind dies dann die besten Entdeckungen. Auch wenn ich vielleicht nicht alles von der Karte mit bestem Gewissen empfehlen koennte (so kann ich mich z.B. fuer die Pizzen nicht sonderlich erwaermen), so sind die Falafel- und Doener-Gerichte so ziemlich das Beste, was mir in der Umgebung bekannt waere. Der entscheidende Faktor daran ist – die hat uns der Inhalber mal ein wenig auffuehrlicher erklaert – dass dort die Falafeln noch selbst hergestellt werden. So ziemlich ueberall, wo man ansonsten hingeht, bekommt man mehr oder weniger das gleich Produkt vorgesetzt – da scheint es einen auf dem Lebensmittelmarkt recht dominierenden Lieferanten zu geben, ueber welchen die Mehrheit der Imbisse ihre Falafel und dergleichen beziehen. Beisst man hinegegen eine der Falafel im Pinocchio, dann wird der Unterschied umgehend deutlich: viel knuspriger und mit deutlich mehr Geschmack. Auf dieser Grundlage entsteht dann ein Falafel Dürüm, dessen gleihen man im Rest Bonns lange suchen kann. Wenn es man also nichts dagegen einzuwenden hat man eben einen Sprung ueber die Kennedy-Bruecke zu machen, dann lohnt sich der Abstecher definitiv.

Natuerlich ist dies nur eine Auswahl – ueber das Bonner Stadtgebiet verteilt gibt es ja noch eine ungleich groessere Anzahl an Imbissen, welche ich bisher noch nicht antesten konnte. Von den bisherigen Tests her laesst sich aber schon recht gut ableiten, was so die entscheidenden Bestandteile fuer einen wirklich guten Falafel Dürüm sind. Und wenn da eben viele Imbisse Zutaten ueber die gleichen Vertriebskanaele beziehen, dann heben sich die komplett selbst hergestellten Gerichte umso deutlicher vom der restlichen Masse ab.