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Fri, 21. March 2014 – 18:24

Auch wenn sich in diesen Tagen (durchaus berechtigt) so manche besorgte Blick in Richtung Ukraine und Krim richten, gibt es durchaus noch andere Schauplateze im Osten Europas, welche Aufmerksamkeit verdienen:

Wenige Stunden nachdem der türkische Ministerpräsident Erdoğan gedroht hatte, Twitter “mit der Wurzel” auszureißen, können türkische Nutzer nicht mehr auf den Dienst zugreifen. Twitter sei Gerichtsforderungen nicht nachgekommen.

Wie Heise News in einer Meldung weiter berichten scheint der tuerkische Ministerpraesident es nun also ernst zu meinen mit seinem frueher angekuendigten Kampf gegen Soziale Netzwerke, hniter welchen er natuerlich wieder einmal die boesen, aus dem Ausland agierenden Kraefte sieht, welche versuchen das Land in die Knie zu zwingen:

Wenige Stunden zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan seine Drohungen gegen soziale Medien drastisch verschärft. “Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht”, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef am Donnerstag.

Dass die Sperrung eines einzelnen Service allerdings nicht so ohne weiteres funktionieren wird – will man nicht das komplette Land vom Internet abklemmen oder in der Weise wie China vorgehen – zeigt die Tatsache, dass bereits jetzt mehrere Hinweise die Runde machen, wie sich die Blockage umgehen laesst. So hat Twitter selber Hilfestellung gegeben (auch wenn der Hinweis wohl auf anderem Wege zu den potentiellen Empfaengern finden muss):

Twitter statement on blocking in Turkey

Ich denke mal im Laufe der kommenden Stunden und Tage werde da noch einige kreative Moeglichkeiten auftauchen, wie sich die Sperrung umgehen laesst – bleibt dann mal abzuwarten, ob offizielle Stellen in der Tuerkei dann nachziehen. Worauf es dann letzten Endes hinauslaufen wird ist ein konstanter Wettlauf der Regierung mit einer internationalen Community, welche derartige Eingriffe wohl nicht so ohne weiteres akzeptieren wird. Letzten Endes wuerde ich da auf das Netz setzen, es sei denn die nun getroffenen Massnahmen werden zu einer noch viel umfangreicheren Kontrolle aller Kommunikationswege ausgeweitet.


title: “Kampf gegen soziale Medien” date: “2014-03-21T18:24:00.000Z” layout: post author: “Lars Baehren” category: blog tags: [blog] — ## {title:} ##

Fri, 21. March 2014 – 18:24

Auch wenn sich in diesen Tagen (durchaus berechtigt) so manche besorgte Blick in Richtung Ukraine und Krim richten, gibt es durchaus noch andere Schauplateze im Osten Europas, welche Aufmerksamkeit verdienen:

Wenige Stunden nachdem der türkische Ministerpräsident Erdoğan gedroht hatte, Twitter “mit der Wurzel” auszureißen, können türkische Nutzer nicht mehr auf den Dienst zugreifen. Twitter sei Gerichtsforderungen nicht nachgekommen.

Wie Heise News in einer Meldung weiter berichten scheint der tuerkische Ministerpraesident es nun also ernst zu meinen mit seinem frueher angekuendigten Kampf gegen Soziale Netzwerke, hniter welchen er natuerlich wieder einmal die boesen, aus dem Ausland agierenden Kraefte sieht, welche versuchen das Land in die Knie zu zwingen:

Wenige Stunden zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan seine Drohungen gegen soziale Medien drastisch verschärft. “Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht”, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef am Donnerstag.

Dass die Sperrung eines einzelnen Service allerdings nicht so ohne weiteres funktionieren wird – will man nicht das komplette Land vom Internet abklemmen oder in der Weise wie China vorgehen – zeigt die Tatsache, dass bereits jetzt mehrere Hinweise die Runde machen, wie sich die Blockage umgehen laesst. So hat Twitter selber Hilfestellung gegeben (auch wenn der Hinweis wohl auf anderem Wege zu den potentiellen Empfaengern finden muss):

Twitter statement on blocking in Turkey

Ich denke mal im Laufe der kommenden Stunden und Tage werde da noch einige kreative Moeglichkeiten auftauchen, wie sich die Sperrung umgehen laesst – bleibt dann mal abzuwarten, ob offizielle Stellen in der Tuerkei dann nachziehen. Worauf es dann letzten Endes hinauslaufen wird ist ein konstanter Wettlauf der Regierung mit einer internationalen Community, welche derartige Eingriffe wohl nicht so ohne weiteres akzeptieren wird. Letzten Endes wuerde ich da auf das Netz setzen, es sei denn die nun getroffenen Massnahmen werden zu einer noch viel umfangreicheren Kontrolle aller Kommunikationswege ausgeweitet.