{title:}

Tue, 15. April 2014 – 21:53

Also dies ist definitiv ein Thema mit welchen ich mich bisher noch nicht beschaeftigt habe; das kann kann allerdings auch zu einem grossen Teil daran liegen, dass ich mir bisher nicht einmal der Tatsache bewusst war, dass es soetwas ueberhaupt gibt.

Als Donaldismus bezeichnet man die Beschäftigung mit der fiktiven Familie Duck und die Erforschung von familiären, biologischen, technischen, soziologischen und gruppendynamischen Prozessen in der fiktiven Stadt Entenhausen, im englischen Original des Comics als die Städte Duckburg und Mouseton bezeichnet.

In der aktuellen, diese Woche erschienenen Folge von megamagisch beschaeftigen sich Arne und Sarah mit einem eher ungewoehnlichen Forschungsfeld. Dass sich geschlossene Universen zu so manchen Aktivitaeten anbieten ist besten von z.B. Star Wars oder natuerlich Tolkiens Mittelerde bekannt – allem Anschein nach aber stehen die Bewunderer der stehts vom Pech verfolgten Ende dem in nichts nach. Vielmehr noch: Arbeiten zum Thema werden in regelmaessigen Zeitabschnitten veroeffentlicht und unterliegen dem gleichen wissenschaftlichen Diskurs, wie dies Z.B. im Bereich der Physik oder Astronomie der Fall ist.

Die D.O.N.A.L.D. befasst sich mit der Erforschung der Familie Duck und des Entenhausener Universums (bzw. der diesbezüglich überlieferten Quellen und Berichte) in jeglicher Hinsicht. Bisher wurde unter anderem bereits über viele natur- und geisteswissenschaftliche Themen geforscht. Des Weiteren wurde auf Grundlage der Geschichten ein Stadtplan von Entenhausen erstellt, der im Jahr 2008 präsentiert wurde.

Die Forschung beschränkt sich dabei hauptsächlich auf die Donald-Duck-Geschichten des amerikanischen Zeichners Carl Barks, die von Erika Fuchs ins Deutsche übersetzt wurden. Geschichten von anderen Zeichnern werden dagegen weitgehend ignoriert. Durch diese Einschränkung ergibt sich ein in sich geschlossenes Forschungsgebiet, das nur von wenigen Donaldisten verlassen wird.

Um die Forschenden nicht nur als Einzelkaempfer durch die Gegend laufen zu lassen gibt sogar eine eigene Akademie:

Die Akademie der Donaldistischen Wissenschaften verleiht alljährlich den Professor-Püstele-Preis. Dieser Preis wird demjenigen Donaldisten verliehen, der im vergangenen donaldistischen Jahr die überzeugendste wissenschaftliche Arbeit vorgelegt hat. In die Auswahl aufgenommen werden ausschließlich Berichte, die im Zentralorgan der D.O.N.A.L.D. bzw. dessen Sonderveröffentlichungen publiziert wurden. Neben dem wissenschaftlichen Gehalt haben auch die Gewaltigkeit des Wortschwalles und die Form der Darlegung und nicht zuletzt deren persönliche Vorlieben Einfluss auf die Entscheidung der Juroren.

Da habe ich heute morgen auf dem Weg zum Institut einige Male kraeftig schlucken muessen, als ich mit dem Hoeren der Sendung begonnen habe. Ich muss allerdings sagen, dass ich die Aktivitaeten auf der anderen Seite nun so abwegig auch nun nicht fand – schliesslich sind mir da aus anderen Kreisen schon vergleichbare (wenn auch nicht so formal organisiert) Dinge untergekommen. Ein faszinierndes Stueck Nerd-Kultur und ich kann diese Sendung waermstens empfehlen; megamagisch schien zwischenzeitlich ein wenig auf der Kippe zu stehen, aber mittlerweile scheint der Podcast wieder auf stabileren Fuessen zu stehen, so ich mal gespannt bin, was es als naechstes zu hoeren gibt. Weiter so!