Es ist schon eine Weile her, dass ich mir die Zeit genommen habe, um Utrecht (mit der Kamera) zu erkunden; zu einem grossen Teil ist dies sicherlich der Tatsache geschuldet, dass es recht viel Arbeit im Institut gibt, welche entlang eines ambitionierten Zeitplans abgeliefert werden soll. Aus diesem Grunde beschraenken sich meine Tage hier in Utrecht eigentlich weitestgehend darauf zwischen Institut und Wohnung hin und her zu pendeln – wann ich das letzte Mal einfach nur so in der Stadt war, weiss ich schon garnicht mehr. Gerade angesichts dieser Tatsache habe ich es gestern Nachmittag nicht mehr im Buero ausgehalten: statt den ueberwiegenden Teil des Tageslichts an mir vorbeigehen zu lassen, habe ich beschlossen fuer eine Weile an die frische Luft zu gehen und dann lieber spaeter am Abend weiter zu arbeiten. Folgerichtig habe ich um kurz nach sieben meine Sachen eingepackt, Kamera und Stativ zur Hand genommen und bin dann losgelaufen. Ein wirkliches Ziel hatte ich dabei nicht vor mir, lediglich eine grobe Vorstellung der Richtung in welche ich losziehen wollte: unter anderem anhand der Karte mit den Positionen der bisherigen Bilder habe ich mir das Gebiet entlangs der Umgehungsschnellstrasse (welche am oestlichen Rand Utrechts entlanglaeuft) ausgesucht. Obwohl es vor allen Dingen der Streifen im Nordwesten ist, welchen ich bisher noch am wenigsten erkundet habe, so musste einfach der Tatsache Rechnung tragen, dass ich meine Wanderung einigermassen begrenzt halten sollt – aus diesem Grunde habe ich dann etwa auf Hoehe der Ausfallstrasse nach de Bilt einen Schlenker in Richtung Innenstadt gemacht…

Bridge across small canal

… allerdings zunachst einmal auf eine (vielleicht) ein wenig ungewoehnliche Weise: da ich vor allen Dingen, wenn mit Kamera unterwegs, dazu neige noch ein wenig mehr Neben- und Seitenweg zu erkunden, bin ich auf eine smalle Metalltreppe aufmerksam geworden, welche zu einem Durchgang unterhalb des Waterlinieweg hinabfuehrte. Im ersten Moment sah dies fuer mich nach einer Art Service-Gang aus, aber da ich vergleichbare Konstrukte schon eher gesehen hatte und mich eh in Erkundungsmodus befand, bin ich einfach mal die Stufen hinabgestiegen, um zu schauen weit ich denn ueberhaupt komme. Sehr zu meiner Ueberraschung war der Weg in der Tat begehbar, so dass ich mich nach einer kurzen Passage auf der anderen Seite der Schnellstrasse vorfand, wo es ueber einen schmalen Pfad bis hin zu der obigen Bruecke ging. Erstaunlicherweise war aber nicht der Einzige, der hier unterwegs war, denn als ich meine Kamera fuer eine Aufnahme aufgebaut hatte, lief mir erst einmal ein Jogger ins Bild, so dass ich eine weitere Serie schiessen musste.

Rosarium Oudwijk

Auch wenn ich nicht unbedingt direkt ins Zentrum der Stadt wollte, war dies zumindest grob die Richtung welche ich auf laufen musste, um nach Hoograve zu kommen; so habe ich es dann auch geschafft ueber den in der Naehe des Wilhelminapark liegenden Rosengarten “Rosarium Oudwijk” zu stolpern. Erstaunlicherweise habe ich dieses Kleinod bisher nicht kennengelernt, auch wenn ich zu Beginn meiner Zeit bei SRON zahlreiche Male ganz in der Naehe langsgelaufen bin, als ich zu Fuss zwischen Hotel und dem Institut gependelt bin. So aber gibt es einfach immer wieder Dinge zu entdecken (und dies ganz ohne Reisefuehrer).

Construction site Uithof linie

In doch eher wieder vertrauten Gefilden habe ich mich dann befunden, als ich das letzte Bild in der hier gezeigten Reihe gemacht habe: der hier unter der Bruecke verlaufende Vaartsche Rijn fuehrt in Verlaengerung bei mir an der Wohnung vorbei (ok, es sind ungefaehr 100 Meter Luftlinie von der Haustuer, aber als Orientierung stimmt es schon). Entlang der Bahngleis in Richtung Arnhem wird fleissigst gebaut, weil hier an neuen Strecken gestrickt wird, welche die Utrechter Peripherie verkehrtechnisch besser mit dem Hauptbahnhof als zentralem Hub verkuenpfen sollen. Teil dieses Vorhabens ich u.a. eine Metro zum Uithof, also dem Campusgelaende, an dessen Rande (zumindest derzeit noch) auch SRON zu finden ist. Zu sehr auf diese schnelle Verbindung – welche definitiv eine Verbesserung gegenueber den derzeitigen Buslinien darstellen sollte – freuen macht aber wenig Sinn, denn die Betriebsaufnahme ist fuer 2018 vorgesehen. Teil des Bauvorhabens ist unter anderem auch das einrichten einiger neuer Haltestellen entlang der Bahnstrecke nach Osten raus; ist u.a. ueber dem Vaartsche Rijn ein Knotenpunkt geplant, welcher dann letzten Endes auch Rotsoord und Hoograve mit an die grosse Verkehrsachse anbinden soll. Bis dies aber weit ist, wird ueberall kraeftig gebuddelt und gebaut.