Wo ich diese Woche doch schon ein wenig dabei mich bei den diversen Bands mit weiblichen Lead-Vocals reinzuhoeren, habe ich (ein Stueck weit der Vollstaendigkeit halber) auch Tarja Turunen mit in die Liste aufgenommen. Nach dem Ausscheiden bei Nightwish vor mittlerweile achten Jahren hat die Dame an einer Solokarriere gebastelt, sich mittlerweile ein wenig freigeschwommen hat. Musikalisch mag mich das allerdings nicht so wirklich ueberzeugen, weil mir da schon ein wenig die Originalitaet fehlt und alles ein wenig duenn wirkt. Was aber von einer anderen Seite her durchaus interessant zu beachten ist, waere in wie weit die Stimme ggf. auch zu einer Einschraenkung werden kann; ich kann durchaus die Argumentation nachvollziehen, dass der stark an der Oper orientierte Gesang andere Nuancen eben nicht zulaesst, weil die Stimme dafuer nicht aufgebildet ist. Fuer meinen Geschmack kommt dies am extremsten bei den Cover-Versionen zum tragen: der Versuch sich an einen Whitesnake-Klassiker wie “Still of the Night” zu wagen ist in meinen Augen ziemlich in die Hose gegangen. Die Stimme wirkt einfach flach und hat nicht die noetige Variablilitaet und Kantigkeit, wie sie in der Vorlage von David Coverdale zu finden ist. Dass die Musik da ebenfalls deutlich hinter dem Original zurueckbleibt, kommt noch einmal erschwerend hinzu.

Das “Act 1” Album bietet durchaus einen guten Querschnitt durch die vergangenen Jahre, aber der zurueckbleibende Eindruck ist doch alles andere als ueberzeugend.