Ich glaube es gibt in der Tat nur sehr wenige Musik-Alben, deren Cover ueber eine derartige Bekanntheit und Sogwirkung verfuegen wie Abbey Road der Beatles. Spontan wuerden mir vielleicht noch Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles und Dark Side of the Moon sowie The Wall von Pink Floyd einfallen – aber was die Wirkung auf die allgemeine Popkultur betrifft ist das Bild der “Fab Four” auf dem Zebrastreifen wahrscheinlich ungeschlagen:

[Ian] Macmillan was given only a ten minute window at about 11:30 AM to snap a photo of John Lennon, Paul McCartney, George Harrison and Ringo Starr crossing the street at Abbey Road. That cover photograph has since become one of the most famous and most imitated album covers in recording history.

So sehr eingeweiht in die diversen Details die Entstehung des Albums (und des damit verbundenen Bildmaterials) betreffend, bin ich nun auch wieder nicht, aber als ich diese Woche den Artikel auf dpreview anlaesslich der 45-jaehrigen Jubilaeums der Photosession gesehen habe, konnte ich mich doch nicht zurueckhalten mal ein klein wenig genauer nachzuschauen; so habe ich dann auch u.a. eine sehr schoene Seite gefunden, auf welcher die diversen Bilder aufgefuehrt werden, welche es nicht auf das Cover des Albums geschafft haben.

The photograph on the sleeve of ‘Abbey Road’ by The Beatles is among the most famous images in popular music, and it was taken 45 years ago today. The debate about whether Abbey Road was The Beatles final album continues (it definitely was though, and anyone who thinks 1970’s Let it Be counts is just wrong) but for a whole generation of fans, the image of John, Paul, George and Ringo walking across the street outside Abbey Road studios in London signifies the end of an era.

Wie sehr schoen aus dem Namen erkennbar ist, wurde das Album in den legendaeren Abbey Road Studios in London aufgenommen; die Beatles waren aber keinesfalls die einzigen, welche sich mit dort getaetigten Aufnahmen verewigt haben – ich denke wenn man einmal ein klein wenig online auf die Suche geht, wird man da auf eine lange Liste aller nur erdenklichen Tontraeger stossen, deren Rohmaterial bei Abbey Road auf dem Aether gefischt wurde. Was dabei vielleicht fuer so manchen eine Ueberraschung sein koennte waere die Tatsache, dass Abbey Road auch fuer die Aufnahme einer langen Reihe an Film-Scores verantwortlich ist.

Guardians of the Galaxy made its box office debut at the weekend, shooting straight to no.1 on both sides of the Atlantic.

The film smashed records in the US, where it scored the biggest ever opening weekend for an August release.

Tyler Bates’ score was recorded by Abbey Road’s Andrew Dudman in Studio One, assisted by Lewis Jones and Matt Jones.

Waehrend die Innenraume der Studios nicht einfach so ohne weiteres zugaenglich sind – duerfte auch recht schwer werden, da noch sinnvoll arbeiten zu koennen – sieht es draussen auf der Strasse schon ganz anders aus. Der Fussgaengerueberweg, ueber welchen die “Fab Four” vor nun 45 Jahren gewandelt sind, hat sich zu einem Magneten fuer Fans und jedwede andere Art von Touristen entwickelt. Schaut man einmal auf Websites wie abbeyroadcrossing.com nach, dann finden sich dort hunderte (wenn nicht gar tausende) von Aufnahmen, welche Menschen aus aller Welt bei der Ueberquerung der Strasse zeigen. Die Resultate sind nicht immer sonderlich nah am Original angesiedelt, aber dies ist mit aller Wahrscheintlichkeit noch nicht einmal so sehr der Sinn und Zweck der Aktion – da gewesen sein ist hier das Entscheidende. Was ich persoenlich aber noch viel beeindruckender finde ist der Umstand, dass es auf der Website des Studios (direkt im Hauptmenue verankert) eine sogenannte Crossing Cam gibt: die Webcam muss irgendwo an der Frontseite des Studios angebracht sein und schickt rund um die Uhr bewegte Bilder vom Fussgaengerueberweg in der Abbey Road hinaus in alle Welt. Man mag dies glauben oder nicht: es scheint kaum eines Tages- oder Nachtzeit zu geben, wo nicht eine Gruppe von Menschen am Strassenrand steht um sich wenige Augenblicke spaeter beim Gang ueber den Zebrastreifen ablichten zu lassen.

Nun sind Webcams vielleicht nicht unbedingt die spannenste aller Unterhaltungsquellen, aber ich muss schon sagen, dass von der “Crossing Cam” schon eine gewisse Faszination ausgeht. Selbst Julia hat sich davon packen lassen und sass minutenlang im Bett, um sich die Szenen anzuschauen, welche sich da in London abspielen. Ich glaube da muss man selber einmal reingeschaut haben, um eine Idee dafuer zu kriegen, ueber was fuer eine Anziehungskraft dieser auch auf Menschen ausuebt, welche zu dem Zeitpunkt, wo die Bilder entstanden sind, noch lange nicht geboren waren. Wuerde ich mir beim einem Abstecher auf die Insel aber wohl auch nicht entgehen lassen…