Also ich glaube nun wird es doch einmal Zeit, dass ich einen Teil meiner Erfahrungen dokumentiere, welche ich mit der Bundesagentur fuer Arbeit mache. Interessanterweise brauchte es gerade einmal einen tag, um bei mir Zweifel darueber aufkommen zu lassen, ob es wirklich eine so gute Idee ist sich offiziell arbeitslos zu melden (wenn sich dies nicht irgendwie vermeiden laesst).

Das ich eine gewisse Abneigung gegenueber Behoerden habe duerfte nicht wirklich etwas neues sein; ich bin zwar durchaus gewillt mich positiv ueberraschen zu lassen (vor allen Dingen wenn ich irgendwo zum ersten Mal auftauche), aber die Rate dafuer, dass dies dann auch eintrifft, ist doch recht gering. Ein klein wenig scheint sich dies auch mal wieder bei meinem ersten Termin am heutigen Morgen bewahrheitet zu haben: Da ich aufgrund von Julias Anraten nun den Prozess gestartet habe mich auch offiziell arbeitslos zu melden – um auf diesem Wege dann auch finanzielle Ueberbrueckungshilfe zu kriegen – bin ich heute Morgen mit dem Fahrrad losgezogen, so dass ich moeglichst frueh dort vor Ort sein konnte. Waehrend sich eine Vielzahl von Aktivitaeten mittlerweile online erledigen laesst, ist es immer noch noetig persoenlich vorstellig zu werden. Habe ich also gemacht. Waehrend die Dame unten an der Rezeption noch recht nett war – was vielleicht auch ein wenig daran lag, dass sie positiv quittierte, dass ich schon alle noetigen Angaben online vorgenommen hatte – war der Empfang in der zweiten Etage deutlich kuehler. Meine Erwartungen sind da sicherlich nicht allzu hoch (ich weiss ja nicht womit die Herrschaften tagein/tagaus zu tun haben), aber ein “Das machen wir hier nicht” auf meine zur Begruessung ausgestreckte Hand fand ich nicht unbedingt einladent.

Dass ein Teil der offiziellen Ablaeufe derzeit durch den Umstand blockiert wird, dass Termine im Bonner Stadthaus nur mit wochenlanger Vorlaufzeit zu kriegen sind, ist ein wenig nervig, nur gehoert dies definitiv nicht zu den Dingen, welche ich mir anzuheften habe. Interessant war hier der Umstand, dass meine Wohnsitzanmeldung derzeit noch in der Warteschleife ist: auf die Aussage, dass der Termin im Stadthaus um neun Uhr am Morgen ist, wurde ich dann aufgefordert noch vor 15:00 Uhr am gleichen Tag beim Arbeitsamt vorstellig zu werden, um die Angaben auch dort offiziell zu hinterlegen.

Diese ein wenig ultimative Art des Umgangs scheint allerdings recht gang uns gaebe zu sein: so war ich doch recht verbluefft, als die Dame mir dann mitteilte, dass ich jegliche Art von Abwesenheit aus meinem Wohnort im Vorraus mit der Agentur abklaeren muesse. Einen direkten Kommentar habe ich mir da nur schwer verkneifen koennen (ist mir aber gluecklicherweise gelungen); das Argument, dass ich bei einer (wie auch immer gearteten Abwesenheit) ja nicht auf meinen Briefkasten zugreifen koenne, scheint in Zeiten elektronischer Post doch ein wenig veraltet. Eine Unternehmung wie der anstehende Besuch des Wacken Open-Air wird ganz bestimmt nicht ein Trip nach behoerdlichen Gnaden. Ich war ja schon versucht mir den Spass zu machen die Agentur mit Reisemeldungen zu ueberhaeufen (wenn ich mich mal von meinem Wohnort wegbewege – wie weit ueberhaupt und wie lange?), aber dann ist mir eingefallen dass Behoerdenmitarbeiter in den seltensten Faellen durch Humor glaenzen und stattdessen eher dazu neigen Absurditaeten sehr, sehr ernst zu nehmen.

Was dann aber definitiv nichts mehr mit irgendeiner Art von Humor zu hatte war, dass ich mich (als ich nach dem Termin wieder zuhause eingetroffen war) nicht mehr bei der Jobboerse anmelden konnte. Da ich aber keinerlei Aenderungen vorgenommen hatte, konnte die Ursache eigentlich nur bei der Sachbearbeiterin in der Agentur liegen: da mir dort ja mitgeteilt wurde, dass einige der Eintraege in meinem Lebenslauf anders anzugeben seien (interessanterweise hat sich daran bisher noch niemand anders gestoert), wollte ich doch wenigstens nachschauen, was aus meinem Profil geworden war. Dumm eben nur, dass mit einem Mal meine Account-Daten nicht mehr gueltig waren. Gluecklicherweise war es jetzt nicht so schwer dass Passwort neu zu setzen, aber den Vorgang als sich fand ich doch recht unerfreudlich. Aber es kommt ja noch “besser”…

Screenshot Jobboerse

Als ich meine Account-Details aktualisiert und mich wieder einloggen hatte, konnte ich endlich mal einen Blick auf den Lebenslauf werfen, wie er innerhalb der Jobboerse angezeigt wird. Da die beiden Stellen bei SRON und S[&]T (laut Aussage der Dame von der Agentur) zusammengefasst werden sollten, wollte ich da mal einen Blick drauf werfen, um zu schauen, wie sich der entsprechende Eintrag moeglichst sinnvoll aufschreiben laesst. Stellte sich heraus, dass die Aenderungen bereits durchgefuehrt ware (siehe Screenshot weiter oben). Fand ich nicht sonderlich ueberzeugend, was ich da zu lesen bekam, vor allen Dingen weil ich in meinem eigenen Lebenslauf bereits versucht hatte die Angaben zu ueberarbeiten. Als ich dann aber die Taetigkeitsbeschreibung aendern wollte, wurde ich mit der folgenden Meldung konfrontiert:

Auf dieser Seite können Sie die Details zum Lebenslaufeintrag ansehen. Änderungen nimmt Ihr Betreuer für Sie vor.

Fuer mich liest sich dies nicht anders, als dass ich aus der Bearbeitung meines angezeigten Lebenslaufes ausgesperrt werde und nur noch zuschauen darf. Das ist meiner Meinung nach vollkommen unakzeptabel. Mal ganz abgesehen von der grundsaetzlichen Frage (“Was soll das?”), bin ich inhaltliche nicht mit den Angaben einverstanden: letzten Endes geht es doch darum das meine Person (bzw. Faehigkeiten) in verneunftiger Weise online abgebildet werden. Der nun sichtbare Eintrag leistet dies ein keinster Weise, so dass ich dies wohl morgen (bei dem Beratungstermin) zur Sprache bringen muss.

Alles in allem kein so sonderlich ueberzeugender Start. Als ich das letzte Mal – was mittlerweile auch schon drei Jahre her ist – hier in Deutschland nach Stelle gesucht habe, bin ich recht gut ohne das Arbeitsamt ausgekommen. Ich werde definitiv schauen, dass ich vor allen Dingen in die anderen Suchmoeglichkeiten investiere (ueber welche ich dann einfach viel mehr Kontrolle habe).