Da war ich gestern Abend einfach zu muede, um noch ein paar Zeilen aufzuschreiben…

Nachdem wir recht gut in der Unterkunft in Itzehoe angekommen sind, haben wir uns recht schnell in Richtung Shuttle-Bus aufgemacht, um a) den Check-in so absolvieren und b) vielleicht doch noch die ersten musikalischen Eindruecke einzusammeln. Die Haltestelle fuer den Bus liegt etwa fuenf Minuten Fussmarsch entfernt, so dass dieser Teil kein sonderliches Problem darstellt. Was sich dann allerdings als eine erste Probe herausstellte war das Warten auf den Bus: nun hatten wir ja den allerersten Tag des Festivals und es war den Tag ueber auf allen Kanaelen geraten worden die Anreise um einen Tag nach hinten zu verschieben – folgerichtig war die Taktung ein wenig weiter gefasst, so dass wir erst einmal eine Weile im Regen warten durften. War letzten Endes aber nicht so schlimm, da wir die Zeit doch recht gut rumbekommen habe.

Dass der Bus dann eintraf bedeutete dann noch lange nicht, dass es auch losgehen konnte: da der Stand, an welchem man normalerweise die Tickets kaufen sollte, geschlossen war, blieb nur der Erwerb direkt beim Busfahrer. Da aber doch eine ganze Menge Pendlern unterwegs waren – auch wenn gut die Haelfte mit Campingausruestung unterwegs war – dauerte das Einsteigen deutlich laenger. Dass sich anschliessend das Losfahren noch einmal um eine ganze Weile verzoegerte war demhingegen schon eher zu ertragen, da wir ja aus dem Regen raus waren (auch wenn dies im Rahmen des groesseren Ganzen nur eine kleine Pause diesbezueglich darstellte).

Die Fahrtdauer selber muss ich noch einmal timen; ich habe zwar bei der Rueckreise das GPS mitlaufen lassen (und da lag ich in etwas bei 1:20h fuer den Trip von Buehne bis Tuerschwelle), aber so grob geschaetzt muessten es 20-30 Minuten Fahrt bis zum Gelaende sein. Dort angekommen ist man aber keinesfalls bereits in der Naehe einer der Buehnen: vor allen Dingen fuer den ersten Abend mussten wir ja dafuer sorgen, dass wir die Tickets in die entsprechenden Armbaender umgetauscht kriegen, um an den kommenden Tagen ein und aus gehen zu koennen. Gerade dies allerdings stellte sich als eine schwierigere Aktion heraus, als ich mir dies vorgestellt hatte. Die Kombination von weitlaeufigem, durch tagelagen Regen aufgeweichtem Gelaende (ist halt Weideland), fortlaufendem Regen, Dunkelheit und eher spaerlicher Ausschilderung fuehrte dazu, dass es fast zwei Stunden dauerte (wenn ich die Uhr da richtig im Kopf habe), ehe wir an den Containern waeren, in welchen die Baendchenvergabe untergebracht ist. Diese Wanderung ueber das Festivalgelaende war bestens dafuer geeignet, um die Eindruecke – welche man ja im Vorfeld schon durch gepostete Bilder gewinnen konnte – mit der Relatitaet abzugleichen (und mit allen Sinnen zu “geniessen”). Mit der Geschichte des Wacken Open Air mehr vertraute Leute moegen sicherlich besser beurteilen, ob dies da regenintensivste Festival ist oder nicht – ich zumindest habe so etwas bisher noch nicht erlebt.

Auch wenn ich die Tage vor der Abfahrt nicht ununterbrochen am Rechner gehangen habe, um die Nachrichten aus (und ueber) Wacken zu verfolgend, so war die verbreitete Info doch in etwa so: aufgrund der anhaltenden Regenfaellen in den letzten Tagen, ist das Festivalgelaende dabei tief im Schlamm zu versinken, so dass wir allen Anreisenden – die noch nicht unterwegs sind – anraten ihren Trip um mindestens einen Tag zu vercshieben, um so den Kraeften vor Ort die Chance zu geben die Lage einigermassen unter Kontrolle zu bringen. Was damit gemeint war, liess sich dann gestern Abend sehen: das Gelaende ist eine einzige Schlammflaeche, bei welcher die wesentliche Variation darin besteht wie tief der Schlamm an den unterschiedlichen stellen ist. Laesst sich nur schwer in vernueftiger Weise beschreiben – dies faellt wirklich in die Kategorie “Muss man gesehen haben”. Der Umstand, dass wir ja im Dunkel unterwegs waren hatte da sicherlich so seine Vor- und Nachteile: zum einen liessen sich nicht alle Details in vollem Ausmass erkennen… zum anderen liessen sich nicht alle Details in vollem Ausmass erkennen ;) Wozu es aber in jedem Fall reichte war, einen ersten Eindruck vom Zeltplatz zu kriegen: dieser ist vielleicht nicht auf der ganze Flaeche nur Schlamm, dafuer aber ist die ganze Wiese in Wasser getraenkt, so dass ich mich schon frage, wie man da ueberhaupt einigermassen trocken die Nacht verbringen kann (von ein wenig Aufwaermen mal ganz zu schweigen). Gut, es gibt natuerlich immer die Profis mit Fesivalerfahrung welche sich entsprechend vorbereiten (z.B. durch das Auslegen der Wiese mit Paletten), aber dies schien mir doch eher die Ausnahme zu sein. Durchaus gaengiger schien mir die eher freischwimmende Variante zu sein – da bin in jedem Fall mal gespannt, wie sich dies bei Tageslicht anmutet.

Da der Gang ueber das Gelaende bis hin zum Check-In recht lange dauerte, blieb vom eigentlichen Festivaltag leider nicht mehr viel uebrig:

Time Stage Band
Mittwoch, 29. Juli 2015    
11:50 - 12:10 W.E.T. Stage LEGACY ID
13:30 - 13:50 W.E.T. Stage SUMMONED TIDE
15:30 - 16:00 Beergarden Stage MAMBO KURT
18:30 - 19:15 Wackinger Stage THE GENTLE STORM
20:05 - 20:50 W.E.T. Stage MAMBO KURT
22:10 - 23:25 W.E.T. Stage ULI JON ROTH
23:35 - 00:50 Headbanger Stage EUROPE
     

Von alle dem gab es alleine noch die Gelegenheit sich Europe anzuhoeren (welche dann netterweise in dem grossen Zelt spielten, so dass es Gelegenheit gab sich ein wenig aufzuwaermen und trocken zu werden). Passenderweise hatten wir auf Fahrt von Bonn aus ja das (ich meine) vorletzte Album gehoert, welches auch noch nicht so alt ist; ist schon interessant, wie sich die Herren weiterentwickeln und doch immer noch erkennbar bleiben. Was bei mir natuerlich in der internen Wertung immer besonders viele Punkte kriegt, ist wenn Band ihre Stuecke nicht einfach nur so wie im Studio abspulen, sondern sich fuer die Live-Fassung neue Dinge einfallen lassen – was dies betrifft war ich von Europe wirklich sehr angetan. Vor allen Dingen bei den aelteren Stuecken (wo ich dann auch eine Referenz haette), gab es immer wieder hier und da kleine Aenderungen, so dass das Zuhoeren auch spannend blieb. Ich versoenlich war ja schon mit “Let the good times roll” sehr angetan, aber der ueberwiegende Teil der anderen Konzertbesucher waere wohl ohne das abschliessende “Final Countdown” Amok gelaufen.

Fuer den Rueckweg ging es dann wieder durch den Schlamm – diesmal in die andere Richtung – hin zum Shuttle-Bus. Auch wenn ich fuer die exakten Zeiten noch einmal bei dem aufgenommenen GPS Track nachschauen muesste, aber ich meine dass wir in etwa so lange fuer den Weg von der Buehne bis zum Rand des Festivalgelaendes gebraucht habe, wie der Bus fuer die Strecke zwischen Wacken und Itzehoe benoetigte. Erst ein wenig dafuer verlacht, stellte es sich als sehr nuetzlich heraus, dass ich den Ort, an welchem die Busse abfahren, im Navi abgespeichert hatte; so konnte ich (in Ermangelung brauchbarer Wege) wenigstens sagen ob wir in die richtige Richtung laufen oder nicht.