Heute Mittag war es wieder so weit: nachdem ich eine Reihe an Bewerbungen rausgeschickt habe – sei es selber oder via S[&]T – fand heute das erste Interview statt. Wie schon bei dem ersten Anlauf in diese Richtung, war dies auch dieses Mal eine reine Telefon-Veranstaltung (nein, noch nicht einmal Skype, wo man den Gespraechspartner wenigstens sehen kann). So kam es dann auch, dass ich (wie zuvor) ein wenig mit dem Umstand zu kaempfen hatte, dass bei einer Freisprechanlage in einem Konferenzraum die Audio-Qualitaet eben nicht so toll ist; warum man da nicht auf eine andere Kommunikationsmoeglichkeit zurueckgreift, will mir nicht so ganz einleuchten.

Worum ging es? Innerhalb des Pipeline Systems Department bei ESO gab es die Ausschreibung einer Stelle als Senior Software Engineer. Die Aufgaben einer solchen Taetigkeit – dies duerfte wohl nicht sonderlich verwundern – laegen vor allen Dingen in der Wartung und Weiterentwicklung der VLT Instrument Pipelines, also dem Software Stack ueber welche die Kalibrierung und Verarbeitung der am Very Large Telescope erzeugten Daten stattfindet. Angesicht der ja auch im optischen Bereich immer groesser werdenden Datenmengen und immer feiner gefassten Anforderungen an die Qualitaet der Daten, scheint es bei ESO einiges an Aktivitaeten zu geben, innerhalb der bestehenden Toolbox aufzuraeumen und diverse Prozesse zu streamlinen und zu professionalisieren. Wuerde mir natuerlich sehr entgegenkommen, denn von der Beschreibung der Taetigkeit (und den damit verbundenen Anforderungen) las sich dies doch sehr wie eine Kreuzung aus meinen Aktivitaeten bei LOFAR und zuletzt bei TROPOMI.

Wie viele Mitbwerber es fuer die Stelle gibt weiss ich nicht, genauso wie ich keine Ahnung habe, was bisher an Verhandlungen oder Gespraechen zwischen ESO und S[&]T gelaufen ist. Ein wenig hatte ich aber (vor allen Dingen gegen Ende des Gespraeches) das Gefuhl, dass es mitunter vorteilhafter gewesen koennte, als einzelner Bewerber aufzutreten und eben nicht als Arbeitnehmer einer dazwischen agierenden Firma. Ist natuerlich ein wenig schwer einen solchen Eindruck zu verifizieren, aber ich fand schon, dass der ganze Umgangston gegen Ende hin reservierter wurde (kann natuerlich auch daran liegen, dass ich etwas gesagt habe, was nicht so gut ankam).

Fuer mich in jedem Fall bleibt (wieder einmal) festzuhalten, dass dieser Prozess mit dazwischengeschalteten Telefoninterviews alles andere als geeignet dazu ist, auch die persoenliche Chemie abzuklopfen. Natuerlich wird es immer moeglich sein bei einem Verhaeltnis von 3-1 (zugunsten der Interviewer-Seite) Detailfragen zu finden, auf welche ich keine Antwort parat habe. In wie weit dies aber wirklich eine Auskunft ueber die Eignung fuer die offene Stelle gibt, darf hier deutlich angezweifelt werden; fuer mich ist es eben nicht einfach nur ein Job (eine Auftragsarbeit), sondern schon etwas, wo ich Herzblut und Begeisterung hineininvestiere – gerade aber diese Interaktion wird bei so einer Art des Auswahlverfahrens komplett abgeschaltet (was ich auch fuer den Arbeitgeber als wenig vorteilhaft sehe). Statt also mit potentiellen Arbeitskollegen gemeinsam vor einem Rechner zu sitzen, sich Code und Logs anzuschauen, ist alles sehr steril, so dass fuer den Kandidaten ein Leistungsdruck entsteht, welcher mit Garantie nicht dem entspricht, was vielleicht spaeter vor Ort zu erwarten waere.

Aber gut, sollte ich mir hier vielleicht nicht zu sehr den Kopf drueber zerbrechen und stattdessen nach vorne schauen (schliesslich ist fuer kommende Woche ja ein Gespraech mit Juelich geplant). Das abschliessende Statement war, dass es bis Ende der Woche ein Feedback geben soll, welches dann auch ueber ein moegliches direktes Gespraech entscheidet. An dem Verlauf bis dahin kann ich nichts mehr machen, so dass ich mich nun wieder den anderen Stellenangeboten auf meiner Liste zuwenden werde…