Einer der wesentlichen Vorteile an einem Produzenten wie Netflix ist, dass im Falle einer Serie alle Folgen auf einen Schlag eroeffentlicht werden und daher nicht das Warten von Woche zu Woche notwendig wird. Fuer jemanden, der schon seit Jahren kein “klassisches” Fernsehen mehr geschaut hat – und demnach keine Bindung an Sendeplaene hat – ist allein schon der Gedanke an feste Sendezeiten eine Kuriositaet; vor einer Weile habe ich im Wellpoint mal eine Fernsehzeitschrift in der Hand gehalten und mich beim Anblick der Programmuebersicht an graue Vorzeiten erinnert gefuehlt.

Schon seit einer Weile hatte ich mir den 20. November im Kalender (streng genommen: im Taskwarrior) markiert: fuer den Tag war naemlich Jessica Jones angekuendigt – eine weitere Ergaenzung des stets im Wachstum begriffenen Marvel Cinematic Universe:

Marvel’s Jessica Jones, or simply Jessica Jones, is an American web television series created for Netflix by Melissa Rosenberg, based on the Marvel Comics character of the same name. It is set in the Marvel Cinematic Universe (MCU), sharing continuity with the films of the franchise, and is the second in a series of shows that will lead up to a Defenders crossover miniseries. The series is produced by Marvel Television in association with ABC Studios and Tall Girls Productions, with Rosenberg serving as showrunner.

Nun kenne ich mich in dem Marvel Universum nicht sonderlich gut aus, aber dramaturgische Kniff aehnlich wie schon bei den Avengers zunaechst die einzelnen Charaktaere einzufuehren, um diese dann anschliessend in einem gemeinsamen Film zu vereinen, ist schon ein netter Trick. Angesichts der Tatsache dass die Season 1 von Daredevil schon recht gut vorgelegt hat, war die folgende Serie schon mit einer gewissen Erwartungshaltung belegt – sieht aber ganz danach aus, als wuerden diese ohne weiteres erfuellt:

All episodes premiered November 20, 2015, on Netflix. The series has received positive critical reception, noting Ritter’s and Tennant’s performances as well as the series’ noir tone, approach to sexuality and coverage of darker topics such as rape, assault and posttraumatic stress disorder (PTSD).

Was die Serie – mal abgesehen von der Geschichte selber – recht interessant macht, ist in der Tat die Umsetzung, sowohl was die Bildgestaltung als auch das Sound-Design betrifft. Ich habe mich so manches mal an Dark City (1998), Blade Runner (1982) oder auch die “Dresden Files” Buecher erinnert gefuehlt. Dies passt dann auch ganz gut zu der Tatsache, dass wir es hier eben mit Figuren zu tun haben, welche eben nicht zu der ersten Liga der Superhelden gehoeren, sondern deutlich mehr im Verborgenen agieren; es gibt zwar schon die alles durchziehende Kontinuitaet in Bezug auf das fiktionale Universum, in welchem die Dinge geschehen, aber es sind doch eher die Ereignisse, welche weniger Aufmerksamkeit in den Nachrichten finden wuerden. Das macht es aber in keinster Weise weniger spannend, vor allen Dingen weil die Charaktaere einfach weniger von gewoehnlichen Menschen entrueckt sind.