Irgendwie scheine ich derzeit keinen Tag zu haben, an welchem es nicht zumindest in einer Reiserichtung Verspaetungen und Zugausfaelle gibt. Vor allen Dingen die Gegend rund um Mainz scheint es wirklich in sich zu haben, denn vor die Unregelmaessigkeiten haben mich vor allen Dingen auf dem Weg zurueck nach Bonn erwischt. Fuer die Ankunft bei EUMETSAT ist das ganz ok, aber der Heimweg wird da doch schon einmal recht lang… wie eben am heutigen Abend.

Alles fing damit an dass die aus Darmstadt kommende Regionalbahn ueber Mainz Kastel umgeleitet wurde – Grund hierfuer eine Stoerung im Stellwerk kurz vor Mainz. Folgerichtig habe ich die bereits bekannte Alternative mit dem Bus angetreten, im Kopf schon darauf vorbereitet, dass ich meinen Anschlusszug in Mainz verpasse. Als ich allerdings am Hauptbahnhof eintraf wurde recht schnell klar, dass ich mir um den IC – zumindest in der angedachten Weise – keine Sorgen zu machen brauchte.

Anzeige in Mainz

Anhand der diversen Anzeigen wurde deutlich dass a) ich wohl keine Probleme haben wuerde meinen Anschluss weiter nach Bonn zu kriegen und b) die Stoerung im Mainzer Stellwerk den kompletten Bahnverkehr rund um den Bahnhof zum Erliegen gebracht hatte. Nichts ging mehr!

Kein Grund aber in Panik zu verfallen. Da ich in den letzten 2-3 Wochen ja mit einer gewissen Regelmaessigkeit mit kleineren und groesseren Verspaetungen zu kaempfen hatte, habe ich mir einfach einen Platz gesucht, wo ich mich in der Zwischenzeit hinsetzen und noch ein wenig arbeiten konnte. Als der ICE 26 dann endlich eintraf, lag die Verspaetung bei 70 Minuten – Grund genug also um schon einmal eine weitere Kopie des Fahrgastrechte-Formular anzulegen (seit meiner SRON-Zeit habe ich eine elektronische Version bei mir auf dem Rechner liegen, so dass ich recht schnell nur noch die konkreten Daten fuer den jeweiligen Tag einzutragen brauche).

Bahn Navigator

Waehrend ich also – aufgrund ausreichender Erfahrung mit solchen Umstaenden – bestens vorbereitet war was die (zumindest teilweise) Rueckerstattung der Fahrtkosten betrifft, war der jungen Dame mit gegenueber die Vorgehensweise nicht so recht klar; da der Zugbegleiter nach dem Austeilen der Formulare recht schnell wieder zum anderen Ende des Zuges verschwunden war, bin ich eingesprungen um die Grundzuege der Prozedur zu erklaeren. Bei dieser Gelegenheit kam dann die Frage auf ob ich denn eine Ahnung haette wie es eigentlich um den Anschluss in Koeln bestellt sei. Ausgehend von der augenblicklichen Verspaetung war eigentlich sofort klar, dass es mit der Weiterfahrt – zumindest in der vorgesehenen Weise – nichts geben wuerde. Stellte sich heraus dass die Fahrt via Koeln dann weiter ueber Utrecht nach Rotterdam erfolgen sollte – eine Strecke welche mir zumindest zu einem guten Teil doch bestens bekannt ist. So rein aus dem Bauch heraus hatte ich schon ein ungutes Gefuehl, dass der ICE um 20:42 in Richtung Amsterdam die letzte durchgehende Verbindung des Tages sein wuerde; dank Internetzugang im Zug liess sich dies dann auch recht schnell bestaetigen. Blieb also die Frage nach moeglichen Reisealternativen. Auch hier machte sich die jahrelange Pendelei bezahlt: was mit der Online-Reiseplaner da auswarf deckte sich ziemlich gut mit dem, was ich vorausgesagt hatte… mit einer boesen Ueberraschung allerdings: probiert man sich um diese Zeit noch in Richtung Rotterdam durchzuschlagen, strandet man unterwegs fuer gut fuenf Stunden in Einhoven. Dass die Dame angesichts derartiger Aussichten alles andere als begeistert war und sich letzten Endes fuer die Rueckkehr nach Frankfurt entschieden hat, ist nicht mehr so sonderlich verwunderlich. Immerhin konnte ich aber noch den Tip fuer eine alternative Reiseroute von Frankfurt aus mitgeben: wenn Utrecht mit auf dem Plan steht, dann sollte es doch deutich guenstiger – und vor allen Dingen auch deutlich weniger fehleranfaellig – sein, via Frankfurt Flughafen ueber die reine ICE Strecke zu fahren (ok, schiefgehen kann da immer noch etwas, aber zumindest hat man fuer einen Grossteil der Strecke nichts mit dem Regionalverkehr zu tun, so dass man von daraus resultierenden Verspetungen verschont bleiben duerfte).

Ich fuer meinen Teil werde am Wochenende mal einen dicken Briefumschlag fertig machen, mit welchem ich meine Sammlung an Formularen einreichen werde. Ist jetzt zwar nicht sonderlich viel, was sich auf diesem Wege zurueckerhalten laesst, aber der Bahn auch noch Geld hinterherschmeissen muss nun wirklich nicht sein.