Ich sitze gerade noch im IC von Mainz nach Bonn, habe das Laptop auf dem Schoss (und dies nicht nur um den Namen zu rechtfertigen), Kopfhoerer auf und sehe die Landschaft ausserhalb des Zuges nur als vereinzelte Lichtflecke im Augenwinkel an mir vorueberziehen. Dies ist eine sehr schoen friedliche, fast schon meditative Stimmung - genau der Grund warum ich einfach so gerne mit der Bahn unterwegs bin (auch wenn es natuerlich immer wieder mal Erlebnisse gibt, welche nicht so wirklich viele Spass machen). Im Grossen und Ganzen mag ich aber in der Tat die Fahrten am Abend (oder im Winter auch am spaeten Nachmittag), weil ich mich dabei - die entsprechenden Umstaende vorausgesetzt - wirklich gut entspannen kann. Ich bin zwar dabei einen Teil des Codes fuer Julias Anuyoga Website zu refaktorieren, aber dies wirkt einfach in keiner Weise anstregend. Eine der grundlegenden Voraussetzungen hierfuer ist natuerlich auch, dass ich die zu der Stimmung passende Musik bei mir habe, welche mich gleichzeigt ein wenig von der Aussenwelt abschirmt, gleichzeit aber in meinem Kopf einen Raum aufspannt in welchem sich die Gedanken recht ungehindert bewegen koennen. Das gelingt natuerlich nicht immer (zum Beispiel wenn ich am Endes des Tages viel zu muede bin, um noch irgendetwas sinnvolles auf die Reihe zu kriegen), aber sonst sind dies mitunter die produktivsten Stunden des Tages; wie ich wiederholt beobachten konnte sind dies einfach die Momente, in welchen sich all die Dinge, welche sich ueber den Tag verteilt angesammelt haben, in ihren Platz fallen und mit einem Male das groessere Ganze in den Blick geraet… was dann wohl auch wiederum zu einer gewissen Gelassenheit beitraegt. So gesehen sollte ich eigentlich weniger Zeit im Buero, sondern mehr Zeit unterwegs auf den Schienen verbringen.