Das war es! Mit dem heutigen Abend ist das Kapitel, welches Anfang April begonnen hat, abgeschlossen und mein Aufenthalt bei EUMETSAT hat bis auf weiteres ein Ende gefunden.

Die letzten Dinge, welche ich noch vor Ort gemacht habe – lange nachdem der Rest des Teams nach Hause verschwunden ist – war das Einchecken der letzten Aenderungen am Source Code fuer die neuen MetTools und das Einsammeln aller Gegenstaenden an meinem Arbeitsplatz (damit ich alles aufgerauemt hinterlassen kann). Wenn ich an diesem Abend das Gebaeude verlasse, dann wird es bis kommenden Januar dauern, ehe ich wieder in vergleichbarer Rolle hier vor Ort sein werde; die Arbeiten fuer den Auftrag, welchen wir vor Kurzem gewonnen haben, sollen erst zu Beginn des neuen Jahres anfangen, bis dahin muss ich mich also noch ein klein wenig gedulden.

Fuer mich persoenlich war dies eine wirklich gute Zeit: wenn ich mal bedenke, dass ich doch recht kurzfristig zu dem Projekt gekommen bin, so hat sich alles doch sehr gut entwickelt. Was mir einfach sehr gut gefallen hat, ist der Mix:

  • Software-Entwicklung an einem Code, welcher operationell eingesetzt wird; das heisst dass die Anforderungen in Sachen Performance eben nicht zu Kosten von Stabilitaet und Kontinutaet gehen duerfen.

  • Nach den Aufgaben bei TROPOMI habe ich diesmal ein wenig weiter hinten in der Prozessierungskette gesesssen, naemlich da wo operationell die von den Satelliten eingehenden Daten so weit verarbeitet werden, dass die abgeleiteten Produkte an Wetterdienste, Klimaforschungs-Einrichtungen und andere Abnehmer weitergereicht werden.

  • Radio Occulation war jetzt fuer mich eine neue Messmethode, deren Basics aber mit ein wenig Literaturrecherche durchaus verstaendlich sind (natuerlich nicht in der Tiefe, wie dies bei den ansaessigen Remote Sensing Experten der Fall ist… aber darum heissen sie ja auch so). Nicht dass ist etwas gegen optische, CCD-basierte Messmethoden habe, aber ich glaube im Bereich der Radiofrequenzen fuehle ich mich einfach noch einmal eine Ecke wohler.

  • Wie eigentlich schon zuvor bei TROPOMI war auch hier das Team sowohl von der wissenschaftlichen als auch der Software-Seite her sehr kompetent; statt – wie dies gewiss bei anderen Teams staerker der Fall ist – diese beiden Seiten eher voneinander zu trennen (und eben nicht nicht in ein und der selben Person zusammenzufuehren), war hier wirklich jeder an der fortlaufenden Entwicklung der Software beteiligt. Was dies fuer das alltaegliche Geschaeft bedeutete war, dass sich Diskussionen zu Software-technischen Aspekten in einer Runde fuehren liessen, wo jeder grundsaeztlich in der Lage war das nachzuvollziehen, was gerade an Entwicklungsarbeit passierte… so dass Rueckmeldungen und Anmerkungen entsprechend ernst zu nehmen waren.

Nicht nur in Bezug auf die Groesse, sondern auch was Ablaeufe und Verantwortlichkeiten betrifft war EUMETSAT schon noch einmal ein Schritt weiter als ich dies bei SRON erfahren habe. Von der ganzen Aura her musste ich immer wieder an Kontrollraeume fuer Teleskope oder Teilchenbeschleuniger denken – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit man sich im Gebaeude befindet, der Kontrollraum ist rund um die Uhr besetzt und es gibt immer ein paar wachsame Augen, welche einen Blick darauf werfen das dieses komplexe Gefuege von Machinen und Datenstroemen ohne Unterbrechung am Laufen ist.